Play it again, Sam!

Zum zweiten Mal in meinem jungen Blogger-Leben wurde ich für den „Liebster Award“ erkoren. Diesmal von Hanna Mandrello, die in ihrem Blog Lust am Schreiben vermittelt. Dafür schon mal ein nonchalantes Küss die Hand! und lieben Dank. Obzwar der Moser´sche Terminkalender an diesem Wochenende dicht gedrängt ist, und mich Heidi überdies zwecks Reklamation erneut zu IKEA verschleppen will (was zuvor eine mehrstündige mentale Ruhephase meinerseits erfordert), zwacke ich mir jetzt rasch etwas Fischkonserven-Zeit im Büro ab und beantworte zumindest mal Hannas kreativen Fragenkatalog:

  1. Was war der erste fiktionale Text, den du geschrieben hast? Wie alt warst du und hast du ihn noch?  Ich war blutjunge 16 Jahre alt und zu dieser Zeit schwer von Günter Grassens Wortgewalt beeindruckt. Von seiner „Blechtrommel“ inspiriert, versuchte ich mich an der Geschichte eines superintelligenten Säuglings, der bei seiner Geburt geistig bereits voll entwickelt war. Ich kam über die erste Seite nicht hinaus, dann lockte die nächste Party. Der Text gilt als verschollen.
  2. 2007 wurde in einem Wettbewerb der schönste erste Satz der deutschen Literatur ermittelt. Es gewann “Der Butt” von Günter Grass mit dem Satz “Ilsebill salzte nach.”  Was war dein schönster erster Satz?  Welch ein Zufall, schon wieder der gute Günter! Mein erster Satz aber war „Mama Luluuu!“ (Wienerisch für „Verehrte Frau Mama, ich muss mal urinieren!“) und sie fand ihn bestimmt schön.
  3. “Und am Ende der Straße steht ein Haus am See. Orangenbaumblätter liegen auf dem Weg. Ich hab 20 Kinder, meine Frau ist schön. Alle kommen vorbei, ich brauch nie rauszugehn. … Wir grillen, die Mamas kochen und wir saufen Schnaps und feiern eine Woche jede Nacht. … Hab taube Ohren, nen weißen Bart und sitz im Garten. Meine 100 Enkel spielen Cricket auf dem Rasen.” Peter Fox, Das Haus am See. Und wie sieht dein Lebenstraum aus?  Mit meiner lieben Gattin Heidi in einer 150 m2 Dachterrassenwohnung über den Dächern Wiens unbeschwert und finanziell sorgenfrei das Leben genießen. Bücher schreiben, meinen Blog pflegen, und zwei Mal pro Woche kommt eine Raumpflegerin. Klingt komisch, ist aber so.
  4. Eine Fee möchte dir einen magischen Gegenstand schenken. Du hast die Wahl zwischen * Handschuhen, die dich unsichtbar machen, * einem Spiegel, durch den du jederzeit in deine Traumwelt entfliehen kannst * Stiefeln, mit denen du auf Luft laufen kannst oder einer Brille, mit der du die Gedanken anderer Menschen lesen kannst. Was nimmst du und warum? Morgen, wenn Heidi zum nächsten IKEA Shoppingmarathon bläst, hätte ich gern die Handschuhe bitte.
  5. Du bekommst einen Gutschein für eine neue Couch. Es soll ein Platz werden, an dem du dich sauwohl fühlst. Wie ist die Couch beschaffen, welche Form und welche Farbe hat sie?  Wir haben uns letztes Jahr eine neue, sehr bequeme Couch angeschafft. Darauf lässt es sich trefflich Glühwein trinken, fernsehen, reden und küssen. Sogar schlafen, wenn mich Heidi aus dem Schlafzimmer verbannt, weil ich von Schlaflosigkeit gepeinigt um 3 Uhr früh eine Knoblauch-Pizza anschleppe.
  6. Du hast die Möglichkeit für 10 Minuten 150 Jahre in die Zukunft dieser Welt zu schauen, wenn du freiwillig auf 5 Lebensjahre verzichtest. Würdest du den Blick wagen?  Sofern mir noch 5 Lebensjahre beschieden sind: Gerne. Ich war immer schon neugierig.
  7. Worauf legst du beim Schreiben einer Geschichte mehr wert? Auf die durchgestylte Handlung oder auf facettenreiche Figuren? Ich lege vor allem Wert darauf, dass die Leser möglichst rasch in die Geschichte eintauchen und Teil von ihr werden. Das größte Kompliment ist für mich, wenn ich mit meinen Worten Emotionen auslösen kann – Lachen, Weinen, Freude, Trauer, Mitgefühl. Egal. Wenn meine Geschichte kalt lässt, ist sie nicht gut.
  8. Schreibst du Tagebuch? Warum oder warum nicht? Mein Blog ist mein Tagebuch.
  9. Welche Süßigkeit magst du am liebsten? Kuchen und Torten in jeder Form und Beschaffenheit. Am liebsten Schwarzwälder Kirsch von meiner lieben Schwiegermutter Inge und Heidis Schokokuchen.
  10. Jeder Schreiberling kann auch dichten. Zum Schluss hätte ich gern einen spontanen Vierzeiler von dir. Ohne Korrektur und ohne Nachdenken. Einfach anfangen, egal ob es einen Sinn ergibt oder nicht. 

Man nennt mich auch den Dackeltöter,

dennoch bin ich lieb, kein Schwerenöter.

Kauf meiner Heidi heut nen Blumenstrauß –

Und schon sind die vier Zeilen aus.

Bei der Frage nach einem Ort, wo ich mich am wohlsten fühle, muss ich leider passen. Ich hab jetzt Feierabend. Nur so viel: Natur gehört nicht dazu.

Ob und wann ich Zeit finde, andere Blogger-Kollegen zu nominieren und mir lustige Fragen auszudenken, sei dahingestellt. Die Entwicklung vegetarischer Fischkonserven und der nahende Geburtstag Jesu´ werden mich demnächst ziemlich vereinnahmen. Aber gebt die Hoffnung nicht auf!

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4 Kommentare zu “Play it again, Sam!”

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