The Day After

Die Fischkonservenfabrik. Innen, das Büro von Abteilungsleiter Moser und Jonas Cerny. Zwei Schreibtische, an der Wand ein Produktionsplan, das Poster eines Heringschwarms und ein kleines Hängeregal mit Zimmerpflanzen. Die Wanduhr zeigt 16:32.

Herr Moser: (nimmt ein Aspirin, trinkt ein halbes Glas Wasser, macht einen tiefen Seufzer)

Cerny: Kopfschmerzen?

Herr Moser: Mmhmm.

Cerny: War ganz schön heftig gestern, die Weihnachtsfeier. Pause. Ich hab ja gottlob kaum etwas getrunken…

Herr Moser: (leicht echauffiert) Aber Sie haben MIR ständig nachgeschenkt, Cerny! Ich hab den Überblick verloren.

Cerny: Ich wollte nur aufmerksam sein. Und Sie hätten ja ablehnen können. Wird ja keiner zum Saufen gezwungen.

Herr Moser: Wie bitte? Saufen?

Cerny: Naja, Sie waren ganz schön… ähhhh beschwingt. Am Ende haben Sie noch mit der Winkler aus der Buchhaltung getanzt und sie „mein Zahlenengerl“ genannt.

Herr Moser: (runzelt die Stirn) Hab ich das?

Cerny: (lächelt) Haben Sie. Ganz schön peinlich.

Herr Moser: (schaltet den Computer ab) Ich geh jetzt.

Schweigen. Moser packt die Thermoskanne in seine Aktentasche.

Cerny: Haben Sie eigentlich schon alle Weihnachtsgeschenke?

Herr Moser: Nein. Pause. Die bekomme ich erst am Heiligen Abend.

Cerny: Ach so. Dann bis morgen.

Herr Moser: Ja, leider.

Moser knallt die Tür hinter sich zu. Man hört Cerny rufen: „Und schönen Gruß an die Frau Gemahlin!“. Dunkel. Vorhang.

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6 Kommentare zu “The Day After”

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