Wie war Weihnachten?

Auch wenn ich mit amerikanischen Weihnachtsbräuchen sonst nichts an der Pelzmütze habe und mit meiner lieben Gattin Heidi die hiesigen Traditionen pflege, gebe ich gerne zu: Die swingenden Christmas-Songs aus den USA versetzen mich in den letzten Wochen des Jahres immer wieder in unbeschwerte Vorfreude auf das nahende Fest. Wenn ich die Schlittenglöckchen bimmeln höre und Dean Martin mit seinem schmalzigen Timbre das Winterwonderland besingt, wenn Frank Sinatra Have yourself a merry little Christmas wünscht oder Blue Christmas von Elvis ertönt, dann, ja dann wird auch dem knallharten Abteilungsleiter Moser warm ums Herz. Dieser locker-flockige X-mas Sound ist ein trefflicher Begleiter beim Kekse backen, beim Verpacken der Geschenke oder beim Schmücken des Christbaumes.

Und dann die schrecklichen Nachrichten aus Berlin, der unfassbare Anschlag, die Todesfahrt eines LKW auf dem Weihnachtsmarkt. Ob diese irre Tat im Namen Allahs geschah und wieder auf das Konto der verblendeten Mörder des IS geht, ist zum jetzigen Zeitpunkt (20. Dezember, 11:40) zwar noch nicht offiziell, aber falls es so etwas wie eine Hölle gibt: Mögen all diese feigen Attentäter und ihre Drahtzieher in selbiger schmoren bis in alle Ewigkeit. Mögen sie das Leid, die Trauer und den Schmerz der unschuldig betroffenen Menschen tausendfach in ihren harten Herzen spüren bis in alle Ewigkeit. Amen. Das wünsche ich mir, ganz unchristlich.

Zeit des Innehaltens und Nachdenkens, wie es um unsere Welt bestellt ist. Als wäre dieser ganze Terror-Wahnsinn nicht schon schlimm genug, sind solche Attentate Wasser auf die Mühlen der erstarkenden Rechtspopulisten in Europa. Sie werden wieder Angst und Zwietracht in die Köpfe pflanzen, denn schließlich sind in ihren Augen die bösen Muslime, die Flüchtlinge, die Ausländer ganz allgemein für die Gräueltaten verantwortlich. AfD, FPÖ, Front National und ihre dumpfen Konsorten werden weiter fleißig daran arbeiten, damit die Menschen ihre Herzen mit dicken Mauern gegenüber allem „Fremden“ verschließen. Die Spirale von Gewalt und Hass wird sich weiter drehen. Quo vadis, terra?

Bei solchen Fragen und Gedanken kommt mir ein ganz besonderes Weihnachtslied in den Sinn. Es stammt von dem leider viel zu früh verstorbenen, und von mir sehr verehrten Wiener Künstler und Liedermacher Georg Danzer und trägt den Titel „Wie war Weihnachten?“ Wenn Sie es nicht kennen, nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit und hören Sie genau hin. Und falls Ihnen der Song schon bekannt ist, hören Sie wieder rein.

Meine kleinen Geschichten erscheinen in diesem Blog ja unter der Rubrik „Der tägliche Wahnsinn“. Und mir kommt vor, als hätte der Titel nie besser gepasst. In diesem Sinne wünschen Ihnen Herr und Frau Moser ein friedliches Weihnachtsfest in Glück und Gesundheit. Möge sich die Vision von Georg Danzer niemals erfüllen.

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12 Kommentare zu “Wie war Weihnachten?”

  1. Sehr schönes Lied! Auch wenn ich als Norddeutscher zweimal hinhören müsste, um den Text komplett zu verstehen. 😉

    Hinsichtlich des o.g. ganz unchristlichen Wunsches bin ich ganz bei Dir! Ich weiß nicht, wie oft ich in letzter Zeit in meinem Umfeld den Satz gehört habe: „Man kann niiirgendwo mehr hingehen!“ Das ist falsch! Aber dieses diffuse Gefühl der Angst wird durch solche Tragödien natürlich nur noch geschürt.

    Irgendwie wünsche ich mir den gesunden Menschenverstand zurück. Der ging offensichtlich vielen Menschen aus unerfindlichen Gründen verloren, muss aber ja noch irgendwo sein. Wer ihn findet, möge sich melden…

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  2. Lieber Moser, zum ersten mal habe ich bei einem Beitrag von dir nicht gelacht. Mir ist nach Lachen nicht zumute. Deine Meinung über die Rechtspopulisten teile ich natürlich. Wie schamlos muss man sein, um bei einem solch schrecklichen Ereignis gleich Wahlkampfnüsschen zu sammeln?

    Gefällt 3 Personen

  3. Danke für das schöne Lied. Möge der Geist von Weihnachten immer bestehen oder sogar noch stärker werden, ob er sich in die Zweige des Christbaums, auf den Guss der Zimtsterne oder als Schneeflocke ans Fenster setzt. Vor allem soll das Feuer im Herzen nicht erlöschen und Liebe statt Hass schüren. In diesem Sinne wünsche ich ein friedliches Weihnachtsfest, denn ein Fest soll es bleiben.

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