Heute schon gerubbelt?

Ob Preisausschreiben, Gewinnspiele, Rubbellose, Tombola oder Lotto – noch nie war mir Glücksgöttin Fortuna hold. Ich bin der geborene Leider-Nein-Typ mit der Niete. Aber das ist ein Schicksal, das ich mit den meisten Menschen teile und mit dem ich mich bedauernd abgefunden habe. Nun scheint sich das Blatt zu wenden und Herr Moser ist nicht länger das Stiefkind des Glücks. Doch der Reihe nach:

Jüngst nahm ich am Zuseher-Gewinnspiel der Literatursendung erLesen des ORF Kulturkanals teil. Die Frage nach einem 1859 in Edinburgh geborenen Schriftsteller und seiner weltberühmten Romanfigur kostete mir nur ein müdes Lächeln, und dennoch sandte ich die Lösung Sir Arthur Conan Doyle und Sherlock Holmes ohne jede Hoffnung an die angegebene E-Mail-Adresse des ORF. Und das Wunder geschah: Eine Woche später erhielt ich per Post den ausgelobten Druck des österreichischen Malers Oskar Stocker, begleitet von einer handgeschriebenen Karte der Redaktion, die mich zum Gewinn beglückwünschte. Tags darauf bemerkte ich auf Facebook die Meldung des Buch-Cafés Phil, wonach sich der 20.000ste, der den virtuellen Daumen zum Like erhebt, über eine Flasche Sekt freuen darf. 19.998 User hatten dies bereits getan. Ich warf mich in die Bresche, gab den 19.999sten Klick ab und schrieb: Sieger der Herzen! Via Messenger erhielt ich wenige Stunden später die Nachricht: Herzlichen Glückwunsch! Du hast eine Flasche Sekt im Phil gewonnen! Zufall? Ausgleichende Gerechtigkeit für jahrzehntelanges Pech im Glücksspiel?

Da mich mein fürsorgliches Weib Heidi nach dem dramatischen Zwischenfall im Aufzug so liebevoll mit Fischstäbchen und tröstenden Worten aufgefangen hatte, besorgte ich gestern Vormittag einen Strauß roter Tulpen für sie. Außerdem befand ich, dass ich meine aktuelle Glückssträhne ausnützen sollte, und nahm aus der Trafik noch ein Rubbellos mit. Wer weiß? Daheim überreichte ich Adelheid den floralen Liebesgruß und flüsterte ihr den Werbespruch der Österreichischen Lotterien ins Ohr: „Heute schon gerubbelt?“  Ihre Wangen leuchteten in dezentem Rot auf und empört rief sie: „Moser, du Schlimmer! Was denkst du von mir?? Wir haben ein erfülltes Liebesleben, da werde ich doch nicht rubbeln!“ „Wie der Schelm denkt, so ist er“, lachte ich und klärte das erotische Missverständnis mit der Übergabe des Loses auf. Ihre Bäckchen waren noch immer ein wenig gerötet, als sie mit einer Münze die Lucky Fruits freilegte.

Liebe Leute, was soll ich euch sagen? Unter der Kunststoffbeschichtung förderte Heidi einen Gewinn von sage und schreibe zwanzig (in Worten: 20) Euro zutage! Jubelnd fielen wir uns in die Arme. Fortuna hat mich endlich adoptiert! Wir setzten uns an den Tisch und beratschlagten, was wir mit dem unverhofften Reichtum anfangen sollten. Spenden? Autowäsche mit Wachsversiegelung? Investition in einen Lottoschein? Dann hatte Heidi die Eingebung: „Heiße Liebe bei Bertolini!“ „Vor allen Leuten im Eissalon?“ frug ich mit gespielter Unschuld. „Erst Vanilleeis mit heißen Himbeeren“, entgegnete meine Liebste, „danach zu Hause vielleicht…“

Glück im Spiel und Glück in der Liebe! Läuft bei mir.

Bild: Österr. Lotterien

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28 Kommentare zu “Heute schon gerubbelt?”

  1. Lieber Herr Moser!
    Ich gratuliere, dass Sie in die Familie der Glückspilze aufgenommen wurden. Sollte die werte Madame Fortuna den Wunsch nach weiterem Familienzuwachs verspüren, dürfen Sie gerne ein gutes Wort für mich einlegen. Ich hätte Interesse 🙂
    Herzliche Grüße und einen glücklichen Sonntag wünscht
    Mallybeau

    Gefällt 2 Personen

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