Al is back!

Das vergangene Wochenende stand für die patriotische Ski-Nation Österreich ganz im Zeichen der Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel. Auch Heidi und ich verfolgten nägelbeissend die spannende Abfahrt auf der Streif, bei der unser rot-weiß-roter Hannes Reichelt in Führung lag, ehe der deutsche Nobody Thomas Dressen eine unschlagbare Bestzeit auf die Piste nagelte. Uns blieb das Wiener Schnitzel im Halse stecken: „Neeiiiin!“ röchelten wir entsetzt, als der Piefke im Ziel jubelte und seine siegreichen Bretter triumphierend in die Luft reckte. Im Fußball sind wir Ösis ja katastrophale Niederlagen gegen Germany gewohnt, bisher konnten wir jedoch mit „Aber dafür sind wir im Skifahren besser!“ kontern. Jetzt ist es auch damit vorbei, die frühere Siegernation Österreich ist geschlagen. Am Sonntag wurde dann auch noch unser unschlagbarer Marcel Hirscher, der davor fünf Slaloms en suite gewonnen hatte, beim traditionellen Torlauf am Ganslernhang vom Norweger Henrik Kristofferson auf Platz zwei verbannt. Kein gutes Kitz-Wochenende, Heidi und ich mussten uns anschließend mit selbstgebackenen Schoko-Muffins trösten.

Die Hahnenkamm-Rennen sind aber nicht nur ein sportlicher Höhepunkt des Wintersportjahres, sondern auch ein Society-Event mit gewaltigem Promi-Auftrieb. Bei den umrahmenden Weißwurscht-Parties und sonstigen Feiern finden die Kameras der Gesellschaftsreporter ein üppiges Buffet an prominenten Gesichtern vor, die für ein paar Sekunden Scheinwerferlicht leere Worthülsen absondern. Der bunte Reigen spannt sich von Andreas Gabalier über DJ Ötzi bis zu Niki Lauda. Auch unsere „Steirische Eiche“ Arnold Schwarzenegger ist alle Jahre wieder ein gern gesehener Aufputz für Kitz. Mit irgendeinem blonden Model an seiner Seite sitzt er im dunkelgrünen Lodenmantel mit Steirerhut selbst bei dichtem Schneetreiben lächelnd auf der Promitribüne im Zielraum und sagt mit seinem unvergleichlichen Dialekt Dinge wie „Die Streif is Action pur, i druck unseren Burschn die Daumen! Es is a perfektes Race!“

Nun gibt es im heimischen Radiosender Ö3 die humoristische Institution des sogenannten „Mikromann“, bei der Comedy-Reporter Tom Walek arglose Passanten mit harmlosen Fragen löchert, und deren Antworten nicht nur eine ganze Nation zum Lachen bringen, sondern auch viel über den Bildungsstand der Österreicher vermuten lässt. Beispiel: „Wenn Sie draufkommen, dass Ihr Ehemann heterosexuell ist – wie würden Sie reagieren?“ Interessanterweise wäre dies für meisten Damen ein sofortiger Scheidungsgrund. Soweit, so gut. Am Hahnenkamm-Wochenende stand passenderweise Arnold Schwarzenegger im Fokus des Mikromannes. Dass die meisten der Befragten auf die Frage „Wie hieß Arnold Schwarzenegger bevor er nach Amerika gegangen ist?“ mit Conan, Terminator, Arnie und keine Ahnung antworteten, mag man ja noch schmunzelnd zur Kenntnis nehmen, aber dann hatte Reporter Walek einen jungen Mann vor dem Mikro, dessen erhellende Antworten ich Ihnen nicht vorenthalten möchte.

Mikromann: Was ist mit dem berühmtesten Schwarzenegger-Zitat „I´ll be back“ gemeint? Was heißt das?

Mann: Keine Ahnung, dass er zurück ist halt…

Mikromann: Woher ist er zurück?

Mann: Das weiß ich wirklich nicht. Aus Vorarlberg vielleicht?

Mikromann: I´ll be back – welche Sprache ist das?

Mann: Na Englisch halt.

Mikromann: Und was heißt das?

Mann: I´ll (er spricht es wie Al aus)… Al heißt wahrscheinlich Vorarlberg oder so.

Mikromann: Dann heißt I´ll be back also…

Mann: Vorarlberg ist zurück!

Mikromann: Wie heißt Schwarzenegger mit Vornamen?

Mann: Ah ja, Arnold. Deswegen Al.

Mikromann: Schwarzenegger heißt also Al?

Mann: Ja, das ist die Abkürzung oder der Spitzname. Keine Ahnung.

Mikromann: I´ll be back heißt dann…

Mann: Arnold ist zurück.

Heidi und ich lagen uns lachend in den Armen, der Schmerz über die Niederlagen im Schnee war vergessen. Wenn Sie sich mit eigenen Ohren überzeugen wollen, bitte klicken Sie hier: http://oe3.orf.at/m/comedy/stories/mikromann/

Als ich heute am Vormittag in der Fischkonservenfabrik zu einer Besprechung mit unserer Marketingdirektorin Svetlana Pfotenhauer enteilte, rief ich meinem Kollegen Cerny zu: „I´ll be back!!“  Cerny ist wohl Ö3-Hörer, denn er antwortete: „Hasta la vista, Al!“

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15 Kommentare zu „Al is back!“

  1. Lieber Herr Termimoser!

    Während ein Deutscher zur Abwechslung mal die Streif gerockt hat, hat derweil der verbale Oberhammer Ihre Landsmänner gestreift. So bleibt doch das eigentliche Highlight in österreichischer Hand bzw. Mund 🙂
    Und im kommenden Jahr ist mit Sicherheit wieder ein Österreicher ganz oben auf dem Stockerl, denn der geneigte Ö3-Hörer weiß ja nun, dass Al back is 🙂

    Herzliche Grüße
    Mallybeau

    Gefällt 4 Personen

  2. Des Jahr war’s halt mal nix, aber nächstes Mal heißt’s dann nicht nur Al is back, sondern A is back! Denn gut Schifahren können sie, die Ösis! 👍
    Apropos fahren, wissen die Österreicher überhaupt, was die bösen, bayerischen Nachbarn immer über die A – Autokennzeichen witzeln….? 😮

    Gefällt 1 Person

      1. Bitte nicht persönlich nehmen, gell? Dann verrat ich es. *schäm*
        „Woaßt eigentlich, warum die Schluchtensch.. ein A auf’m Auto ham?
        Weil ma ja ned Öaschloch song ko!“
        Ned sehr nett, gell?
        Trotzdem ganz herzliche Grüße aus Nordjütland, Meermond

        Gefällt 1 Person

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