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Die Welt braucht mehr Liebe

Unsere umtriebige Arabella hat zur Aktion „Die Welt braucht mehr Liebe“ aufgerufen. Blogger spielen Liebeslieder, denn Musik kann die Welt zum Besseren verändern. Auch Herr Moser möchte diesem Aufruf mit einer kleinen, aber feinen Liebesmelodei Folge leisten:

 

 

Seit vielen Jahren summe und singe ich dieses Liebeslied, beispielsweise wenn meine geliebte Heidi unter Bauchgrimmen leidet und keinen Schlaf findet. Dann nehme ich sie in meine Arme, streichle ihr Apfelshampoo-Haar und singe leise diese Weise. Selig schlummert sie ein… und träumt hoffentlich einen kleinen Traum von mir. Jeder kann die Welt verbessern, wenn er nur bei sich selbst anfängt.

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Nummer 4

Gestern Abend zu nachtschlafender Stunde (ich hatte mir gerade ein Glas fettarme H-Milch als Schlummertrunk geholt) erreichte mich via Blog noch eine späte Nachricht, die mich weitaus fröhlicher stimmte als die Spätnachrichten im Fernsehen. „Lieber Herr Moser“, schrieb die von mir sehr geschätzte Kollegin Maribey, „das hast du davon, dass du so amüsante Geschichten schreibst. Hier kommt eine Nominierung zum Liebster Award!“  Nicht, dass ich mich jetzt vor Überraschung an der fettreduzierten Milch verschluckt hätte, immerhin ist es die bereits vierte diesbezügliche Auszeichnung für mein Schaffen, aber ich kann nicht verhehlen, dass ich mich geschmeichelt fühlte. An dieser Stelle daher mein aufrichtiger Dank an Maribey, deren feiner Blog Findesatz mich immer wieder mit tollen Fotos und sinnigen Sprüchen erfreut.

Ich habe mir also noch gestern Abend mein schwarzes Notizbüchlein geschnappt und spontan die Antworten auf ihre 10 Fragen niedergeschrieben. Schon meine Großmutter, die alte Moser, hat mir eines mit auf den Weg gegeben: Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen! Und wenn ich protestierte, schob sie ein Morgen, morgen nur nicht heute, sagen alle faulen Leute! hinterher. Nachdem ich also Maribeys Fragen nach bestem Wissen und Gewissen beantwortet hatte, konnte ich beruhigt mein Nachtlager aufsuchen. Hier nun das Ergebnis:

  1. Nenne drei Dinge, die gerade neben dir stehen. Ein Glas fettarme H-Milch, eine Vanille-Duftkerze und Heidi, das süße Ding.
  2. Was hören deine Ohren gerne? Das glückliche, befreite Lachen meiner angetrauten Adelheid. Zudem den grandiosen A-capella-Gesang der Comedian Harmonists, die sphärischen Klänge von Pink Floyd, Beethovens Klaviersonaten, und wenn die Hard-Rock-Hummel in meinem Hintern brummt, gerne auch mal Deep Purple.
  3. Greife das Buch, das am Nächsten liegt und sag uns bitte, was auf der 11. Seite als fünfter Satz steht. Wenn wir den Begriff „Buch“ etwas großzügiger auslegen, liegt da ein Groschenroman aus dem Jahr 1956. Er trägt den verheißungsvollen Titel „Millionär als Menschenräuber“ und ich habe das Heftchen bei der Faschingstombola in der Fischfabrik gewonnen. Der fünfte Satz auf Seite 11 lautet: Tom Cannam schreckte auf.

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  1. Wäre dir der sechste Satz lieber gewesen? Der sechste Satz lautet: Es rüttelte jemand an seiner Schulter. Nein, dann lieber den fünften Satz. Er erinnert mich in seiner klaren Schlichtheit an den schönsten ersten Satz in der deutschsprachigen Literatur, 2007 gewählt von der „Initiative Deutsche Sprache“: Ilsebill salzte nach. (Günter Grass, „Der Butt“).
  2. Nenne bitte drei deiner Lieblingsworte. Der sogenannte Standard-Wortschatz der deutschen Sprache umfasst rund 70.000 Wörter. Nimmt man Fachsprachen, Jargons und regionale Dialekte hinzu, sind wir schon bei knapp 500.000 Wörtern. Im „Deutschen Wörterbuch“ von Jakob und Wilhelm Grimm sind immerhin 350.000 Stichwörter verzeichnet. Ich bin sie mal eben rasch durchgegangen, kann mich aber nur schwer entscheiden. Aber ich denke, wenn Heidi Ich liebe dich zu mir sagt, kommen wir der Sache am nächsten.
  3. Was machst du mit großer Freude? An einem lauen Sommerabend mit meiner Frau im Garten unseres Reihenhäuschens sitzen, ein kühles Glas Weißwein trinken, reden, lachen und über den Nachthimmel staunen.
  4. Worüber würdest du gerne mehr erfahren/wissen? Sägt der verdächtig unverdächtige Kollege Cerny an meinem Abteilungsleiter-Sessel? Welche Änderungen kommen unter der neuen Marketing-Direktorin Svetlana Pfotenhauer auf uns zu? Und gibt es noch intelligentes Leben in unserem Universum? Alles andere wäre nämlich ziemliche Platzverschwendung.
  5. Vervollständige bitte den Satz: Bloggen ist… in den letzten Monaten zu meinem liebsten Hobby und zu einem fixen Bestandteil meines Lebens geworden.
  6. Was hat dich heute beeindruckt? Meine Willensstärke. Ich bin an der Bäckerei Fallnbügl vorübergegangen, ohne sie eines Blickes zu würdigen.
  7. Was hast du heute Schönes erlebt? Editha, unsere ukrainische Putzfrau, die ihre Deutschkenntnisse aus Radio und Fernsehen bezieht, fragte mich heute früh: Cherr Moser, hast du abgenommen?! Biggest Loser?

Ich bitte um Nachsicht, wenn ich meinerseits keine Award-Nominierungen ausspreche. Verdient hätten es viele – ich bin schon schlecht im Fragen beantworten, im Fragen ausdenken aber noch viel schlechter.

Über den Holzpyjama

Am achten Tag erschuf Gott die Dialekte. Alle Völkchen waren glücklich.

Der Berliner sagte: „Icke hab nenn wahnsinns Dialekt, WA?“
Der Hanseate sagte: „Moin Dialekt ist dufte, NE!“
Der Kölner sagte: „Hey, du Jeck, mit Kölsch feiert man Karneval!“
Der Hesse sagte: „Babbel net, di Hessa babbeln des best Hochdeutsch!“
Der Sachse sagte: „Ja nu freilisch is äs Sächsisch klosse!“

Nur für den Wiener war kein Dialekt übrig. Da wurde der Wiener traurig, aber irgendwann sagte dann Gott: „Scheiss di ned au, Oida, dann redst hoid wia I!“

 Da mein Beitrag „Ein echter Wiener“ vom 3. Februar bei der Leserschaft sehr großen Anklang fand, möchte ich Sie heute wieder zu einer kleinen Entdeckungsreise durch die Poesie des Wiener Dialektes einladen. Weil der Wiener und der Tod seit jeher ein ganz besonderes Verhältnis zueinander haben, widme ich mich diesmal dem morbiden Thema „Tod und Sterben“. Böse Zungen sagen, der Tod selbst muss ein Wiener sein. Zärtlich wird dieser von den Wiener besungen und über ihn gescherzt. Nicht selten erklingt bei einem fröhlichen Gelage das altbekannte Wienerlied „Es wird a Wein sein, und mir wern nimmer sein…“. Und selbstverständlich haben wir Wiener auch höchst blumige Ausdrücke für das Sterben, die dem Tod mit etwas Augenzwinkern ein wenig von seinem Schrecken nehmen.

Er hat an Abgang gmacht – gemeint ist der endgültige Abgang von der Bühne des Lebens

Er hat die Patschn gstreckt – seine Patschn (Schuhe, Hausschuhe) wurden endgültig auf die Schuhstrecker gespannt

Er hat se ins Holzpyjama ghaut – er hat sich „den Sarg angezogen“, also in den Sarg gelegt

Er hat die Bock aufgstellt – Bock = Schuhe. Wenn ein Toter auf dem Rücken liegt, sind die Schuhe aufgestellt, berühren also mit der Sohle nicht mehr den Boden

Er hat an Wuaf angsagt – wenn man in Wien stolpert und hinfällt, dann hat man einen Wurf angesagt. Tote stehen eben nicht, sie fallen um

Er hat se d´Schleifn gebn – gemeint ist die Schleife am Kranz, die den Sarg ziert

Er is ois arme Sööö zum Petrus aufe gflogn – er ist als arme Seele zum Petrus raufgeflogen, also in den Himmel gekommen

Er hat se abelassen – der Sarg wird von den Totengräbern in die Grube runter gelassen

Er ist nachschaun gangen, ob da Deckel passt – er hat geprüft, ob der Deckel des Sarges wirklich passt

Wie sich all diese poetischen Dialektausdrücke für das Sterben harmonisch in ein Ganzes fügen, können Sie hier nachhören: Roland Neuwirth – Ein echtes Wienerlied. In Sachen letzter Ehre sind wir halt echte Profis.

Habe d´Ehre. Kommen Sie gut durch den Tag!

Balladenwochenende: John & Yoko

Das von Bloggerin Christiane initiierte Wochenende der Balladen lässt auch Herrn Moser nicht unberührt. Und so reise ich zurück in die Zeit, als Telefonzellen noch wesentlicher Bestandteil des Stadtbildes waren, Fernseher würfelig und zentnerschwer ihr verrauschtes Bild in Schwarzweiß abstrahlten und Musik tatsächlich noch mit Instrumenten und nicht mit Computern hergestellt wurde. Die Klänge, die uns begeisterten, kamen von schwarzen Vinyl-Scheiben und nicht aus den geheimnisvollen Tiefen des Internets.

Es war die Zeit, als das Gesicht des kleinen Mosers noch aussah wie ein Teller Milchreis mit Zimt und Zucker, und ich mir nichts sehnlicher wünschte als eine Beatles-Frisur, einen Pilzkopf. Leider unerreichbar, denn für meine Eltern waren es langhaarige Hippies, sogenannte „Gammler“. Das junge Volk war in zwei Lager gespalten: entweder man war ein Beatles-Fan oder man fuhr auf die Rolling Stones ab. Da mir der Gitarrensound der Stones damals zu wild und die Lippen von Mick Jagger zu wulstig waren, drehten sich auf meinem Plattenteller vorzugsweise „The Beatles“. Daheim lauschte meine Mutter, die Haare zu einem schwarzen Turm hochgesprayt, Schnulzenheinis wie Adamo, Roy Black oder Heintje, während ich progressiv zu „Yellow Submarine“ mit den Fingern schnippte. Und so lag ich oft stundenlang in meinem Kinderzimmer, träumte von der großen weiten Welt und von Susi Mölzer aus der Nachbarklasse, während ich die Singles der vier Pilzköpfe aus Liverpool schwindelig spielte.

Ich gebe zu, es gibt bessere, schönere und gehaltvollere Balladen als jene von John und Yoko. Mich aber bringt sie zurück in eine unbeschwerte Zeit voller Träume und Hoffnungen. Love & Peace. Yeah!

The Ballad of John and Yoko

Standing in the dock at Southampton
Trying to get to Holland or France
The man in the mac said
You’ve got to go back
You know they didn’t even give us a chance

Christ you know it ain’t easy
You know how hard it can be
The way things are going
They’re going to crucify me

Finally made the plane into Paris
Honeymooning down by the Seine
Peter Brown call to say
You can make it O.K.
You can get married in Gibraltar near Spain

Christ you know it ain’t easy
You know how hard it can be
The way things are going
They’re going to crucify me

Drove from Paris to the Amsterdam Hilton
Talking in our beds for a week
The newspapers said
Say what’re you doing in bed
I said we’re only trying to get us some peace

Christ you know it ain’t easy
You know how hard it can be
The way…

Play it again, Sam!

Zum zweiten Mal in meinem jungen Blogger-Leben wurde ich für den „Liebster Award“ erkoren. Diesmal von Hanna Mandrello, die in ihrem Blog Lust am Schreiben vermittelt. Dafür schon mal ein nonchalantes Küss die Hand! und lieben Dank. Obzwar der Moser´sche Terminkalender an diesem Wochenende dicht gedrängt ist, und mich Heidi überdies zwecks Reklamation erneut zu IKEA verschleppen will (was zuvor eine mehrstündige mentale Ruhephase meinerseits erfordert), zwacke ich mir jetzt rasch etwas Fischkonserven-Zeit im Büro ab und beantworte zumindest mal Hannas kreativen Fragenkatalog:

  1. Was war der erste fiktionale Text, den du geschrieben hast? Wie alt warst du und hast du ihn noch?  Ich war blutjunge 16 Jahre alt und zu dieser Zeit schwer von Günter Grassens Wortgewalt beeindruckt. Von seiner „Blechtrommel“ inspiriert, versuchte ich mich an der Geschichte eines superintelligenten Säuglings, der bei seiner Geburt geistig bereits voll entwickelt war. Ich kam über die erste Seite nicht hinaus, dann lockte die nächste Party. Der Text gilt als verschollen.
  2. 2007 wurde in einem Wettbewerb der schönste erste Satz der deutschen Literatur ermittelt. Es gewann “Der Butt” von Günter Grass mit dem Satz “Ilsebill salzte nach.”  Was war dein schönster erster Satz?  Welch ein Zufall, schon wieder der gute Günter! Mein erster Satz aber war „Mama Luluuu!“ (Wienerisch für „Verehrte Frau Mama, ich muss mal urinieren!“) und sie fand ihn bestimmt schön.
  3. “Und am Ende der Straße steht ein Haus am See. Orangenbaumblätter liegen auf dem Weg. Ich hab 20 Kinder, meine Frau ist schön. Alle kommen vorbei, ich brauch nie rauszugehn. … Wir grillen, die Mamas kochen und wir saufen Schnaps und feiern eine Woche jede Nacht. … Hab taube Ohren, nen weißen Bart und sitz im Garten. Meine 100 Enkel spielen Cricket auf dem Rasen.” Peter Fox, Das Haus am See. Und wie sieht dein Lebenstraum aus?  Mit meiner lieben Gattin Heidi in einer 150 m2 Dachterrassenwohnung über den Dächern Wiens unbeschwert und finanziell sorgenfrei das Leben genießen. Bücher schreiben, meinen Blog pflegen, und zwei Mal pro Woche kommt eine Raumpflegerin. Klingt komisch, ist aber so.
  4. Eine Fee möchte dir einen magischen Gegenstand schenken. Du hast die Wahl zwischen * Handschuhen, die dich unsichtbar machen, * einem Spiegel, durch den du jederzeit in deine Traumwelt entfliehen kannst * Stiefeln, mit denen du auf Luft laufen kannst oder einer Brille, mit der du die Gedanken anderer Menschen lesen kannst. Was nimmst du und warum? Morgen, wenn Heidi zum nächsten IKEA Shoppingmarathon bläst, hätte ich gern die Handschuhe bitte.
  5. Du bekommst einen Gutschein für eine neue Couch. Es soll ein Platz werden, an dem du dich sauwohl fühlst. Wie ist die Couch beschaffen, welche Form und welche Farbe hat sie?  Wir haben uns letztes Jahr eine neue, sehr bequeme Couch angeschafft. Darauf lässt es sich trefflich Glühwein trinken, fernsehen, reden und küssen. Sogar schlafen, wenn mich Heidi aus dem Schlafzimmer verbannt, weil ich von Schlaflosigkeit gepeinigt um 3 Uhr früh eine Knoblauch-Pizza anschleppe.
  6. Du hast die Möglichkeit für 10 Minuten 150 Jahre in die Zukunft dieser Welt zu schauen, wenn du freiwillig auf 5 Lebensjahre verzichtest. Würdest du den Blick wagen?  Sofern mir noch 5 Lebensjahre beschieden sind: Gerne. Ich war immer schon neugierig.
  7. Worauf legst du beim Schreiben einer Geschichte mehr wert? Auf die durchgestylte Handlung oder auf facettenreiche Figuren? Ich lege vor allem Wert darauf, dass die Leser möglichst rasch in die Geschichte eintauchen und Teil von ihr werden. Das größte Kompliment ist für mich, wenn ich mit meinen Worten Emotionen auslösen kann – Lachen, Weinen, Freude, Trauer, Mitgefühl. Egal. Wenn meine Geschichte kalt lässt, ist sie nicht gut.
  8. Schreibst du Tagebuch? Warum oder warum nicht? Mein Blog ist mein Tagebuch.
  9. Welche Süßigkeit magst du am liebsten? Kuchen und Torten in jeder Form und Beschaffenheit. Am liebsten Schwarzwälder Kirsch von meiner lieben Schwiegermutter Inge und Heidis Schokokuchen.
  10. Jeder Schreiberling kann auch dichten. Zum Schluss hätte ich gern einen spontanen Vierzeiler von dir. Ohne Korrektur und ohne Nachdenken. Einfach anfangen, egal ob es einen Sinn ergibt oder nicht. 

Man nennt mich auch den Dackeltöter,

dennoch bin ich lieb, kein Schwerenöter.

Kauf meiner Heidi heut nen Blumenstrauß –

Und schon sind die vier Zeilen aus.

Bei der Frage nach einem Ort, wo ich mich am wohlsten fühle, muss ich leider passen. Ich hab jetzt Feierabend. Nur so viel: Natur gehört nicht dazu.

Ob und wann ich Zeit finde, andere Blogger-Kollegen zu nominieren und mir lustige Fragen auszudenken, sei dahingestellt. Die Entwicklung vegetarischer Fischkonserven und der nahende Geburtstag Jesu´ werden mich demnächst ziemlich vereinnahmen. Aber gebt die Hoffnung nicht auf!

Advent, Advent…

Heute möchte Ihnen eine kleine Geschichte erzählen, fernab von blutigen Nasen, peinlichen Vorfällen im Baumarkt oder teuflischen Intrigen in der Fischkonservenfabrik. Ausnahmsweise kein Schenkelklopfer, aber passend zur Ankunft der Weihnachtszeit.

In wenigen Tagen werden wir das erste Lichtlein am grünen Kranz entzünden, neugierig das erste Türchen des Adventkalenders öffnen und durch überheizte Shopping Malls hetzen auf der Suche nach passenden Geschenken für unsere Freunde und Liebsten. In Vorfreude auf das nahende Fest der Liebe brauten Heidi und meine Wenigkeit den ersten Glühwein des Jahres. Rotwein, Zimtstangen, Sternanis, Nelken, Orangenschalen und eine Prise braunen Rohrzuckers. Wir naschten vom selbstgebackenen Schokokuchen und saßen im warmen Schein dutzender IKEA-Teelichter.

Frau Moser und ich pflegen seit vielen Jahren den Brauch, zu dieser besinnlichen Zeit auch an die Armen und Unglücklichen zu denken und mit einer Spende im Rahmen unserer Möglichkeiten zu unterstützen. So schlürften wir mit spitzen Lippen vom heißen Wein und überlegten, wen wir in diesem Jahr mit unserer Gabe erfreuen wollen. Kriegsvertriebene Flüchtlinge konnten eine kleine Zuwendung sicher gut gebrauchen, ebenso aber sterbenskranke Kinder, Obdachlose, einsame Alte in bitterer Armut, unschuldig in Not geratene Familien, Opfer von Erdbeben und anderen Naturkatastrophen, Spitäler, Hospize und internationale Hilfsorganisationen zuhauf. Fleißig notierte Adelheid all unsere Ideen und Vorschläge in ihr schwarzes Notizbuch. Die Liste wurde immer länger – allein wir kamen auf keinen grünen Tannenzweig. Der Glühwein ging zur Neige und die ersten Teelichter hauchten ihr kurzes Leben aus, doch wir vermochten nicht zu entscheiden, wer unserer Hilfe am dringendsten bedarf.

„Egal wie wir uns entscheiden, es ist immer nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, murmelte Heidi betrübt. Bei diesem Satz erinnerte ich mich plötzlich an den aktuellen Beitrag „Liebe denkt nicht“ der von mir hoch geschätzten Literatur-Bloggerin Sugar, deren wärmende, kluge und fantasievolle Poesie mich immer wieder lächeln und nachdenken lässt. Sie veröffentlichte im vorigen Jahr ein tolles Kinderbuch sowie das lesenswerte, hübsche Gedichtbändchen „Gedankenträume“. Leider geriet die Neo-Buchautorin dabei in die Fänge eines, wie mir scheint unseriösen Verlages, der es darauf abgesehen hat, seine Künstler abzuzocken. Um aus dem Knebelvertrag freizukommen und uns künftig weiterhin mit ihren Werken zu erfreuen, müsste die Autorin eine Summe aufbringen, die ihre finanziellen Möglichkeiten weit übersteigt. Nun hat sie einen poetischen Tischkalender, mit Zitaten aus ihren Gedichten und mit tollen Fotos bebildert, zusammengestellt und bietet diesen auf ihrem Blog als kleines Weihnachtsgeschenk um wohlfeile 6,- Euro zum Verkauf an. Der Erlös soll ihr dabei helfen, die Verlagsforderung zu begleichen und sich endlich neuen Buchprojekten widmen zu können. „Vielleicht nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“, schreibt sie, „aber ich will und muss frei sein, um möglichst bald neue Bücher schreiben zu können.“ Den Beitrag und die ganze Geschichte finden Sie hier.

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Ich erzählte Heidi von den Nöten der Blogger-Kollegin, kippte den letzten Schluck Glühwein und meinte: „Lass uns Freunde und Familie mit diesem Kalender und Gedichtband beschenken. Damit unterstützen wir die hochbegabte Sugar und außerdem kann der Verwandtschaft ein bisschen Kunst und Poesie nicht schaden…“ Gesagt, getan. Zwei Minuten später schickten wir unsere Bestellung ab.

In dieser Nacht schliefen wir tief und zufrieden. Es mag ein wenig am Glühwein gelegen haben, doch eigentlich war es die Gewissheit, etwas Gutes getan zu haben. Frohe Weihnachten Sugar!!!

Postskriptum: Ich hoffe, dass möglichst viele Freunde des gepflegten Moser-Humors unserem Beispiel folgen. Nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber auch steter Tropfen höhlt den Stein. Und so kommt der Stein irgendwann ins Rollen. Klick!  

Liebster Award!

Nun hat es Ihren Herrn Moser auch erwischt. Der von mir überaus geschätzte Kollege Joachim Schlichting, der uns die Welt so anschaulich physikalisch näherbringt, hat mich für würdig befunden, für diesen Preis nominiert zu werden. Diese Anerkennung mag zwar kein „Oscar“ sein, dennoch lege ich meinen virtuellen Smoking an, trete an das Rednerpult und sage Dank! Danke an Herrn Schlichting, dessen Blog ich allen wachen Geistern nur empfehlen kann; danke an meine geliebte Adelheid, die mich mit viel Überredungskunst und mithilfe einiger Gläschen Gumpoldskirchner zu diesem Blog gedrängt hat… und natürlich ein rauschendes Dankeschön an meine lieben Leser und Abonnenten! Ihr beweist guten Geschmack und eine große Portion augenzwinkernden Humor! Ich bin ja noch ein junger Hering in diesem großen Blogger-Ozean, doch habe ich es über den Sommer zu einer (noch relativ) kleinen, aber treuen Gefolgschaft gebracht, die mich mit ihren Likes und Kommentaren immer wieder ermutigen, meine Erlebnisse mit euch zu teilen. Nun aber zu den mir von Kollegen Schlichting gestellten Fragen, die ich gemäß den Statuten hiermit beantworte:

  1. Was motiviert dich zu bloggen? Meine skurrilen und zum Teil recht abenteuerlichen Erlebnisse mit euch zu teilen, ist mir ein großes Vergnügen. Ich zaubere euch gern ein Lächeln oder gar Lachen ins Gesicht. Außerdem tritt mich Heidi täglich in den Allerwertesten 🙂
  2. Wie wichtig sind für dich Rückmeldungen? Feedback ist das Um und Auf. Ohne Likes und Kommentare könnte ich meine Geschichten auch in ein Notizheft schreiben.
  3. Betreffen die Themen deines Blogs deinen Beruf, dein(e) Hobby(s) bzw. Freizeitgestaltung oder beides? Mein Blog betrifft das gesamte Leben von Herrn Moser zwischen Reihenhaus und Fischkonservenfabrik.
  4. Welchen „Nutzen“ ziehst du aus der Lektüre anderer Blogs? Ob Rezepte, Fotos, Gedanken, Songs, Sinniges oder Unsinniges: Viele eurer Blogs sind wichtiger und interessanter Bestandteil meines Lebens geworden.
  5. Ist der Blog für dich eine Alternative zu klassischen Formen der Publikation (Bücher, Zeitschriftenbeiträge u.ä.) Nicht Alternative, vielmehr Ergänzung.
  6. Wie sieht für dich der ideale Urlaub aus? Mit meiner geliebten Heidi in einem Hausboot durch die Kanäle und Gewässer Irlands zu schippern. Fern von Mag. E. Pfotenhauer. (Leider wird das ein ewiger Traum bleiben, da Adelheid schon beim Anblick einer Regenpfütze seekrank wird). 
  7. Kannst du im Urlaub auf das Bloggen oder gar auf jegliche Netzaktivität verzichten? JA! Ein Leben ohne Internet ist möglich. Aber sinnlos.
  8. Was bedeutet für dich Natur und Naturerkenntnis? In einem meiner frühen Beiträge habe ich meine diffizile Einstellung zur Natur beleuchtet. Kurz: Die freie Wildbahn ist nicht die Wohlfühlzone von Herrn Moser.
  9. Hast du das Bedürfnis, eindrucksvolle, geheimnisvolle oder nur interessante Naturphänomene zu verstehen oder siehst du Erklärungen eine Art Entzauberung? Bedürfnis wäre zuviel gesagt. Aber wenn ich eine interessante Doku im Fernsehen sehe, die meinen Horizont erweitert – gerne!!
  10. Wanderst du gerne und wenn ja, worauf kommt es dabei für dich besonders an? Das Wandern ist des Müllers Lust…. ich bin aber leider kein Müller, sondern ein Moser.
  11. Hast du das Bedürfnis, eindrucksvolle Erlebnisse und Beobachtungen zu dokumentieren und/oder mit anderen zu teilen oder behältst du sie lieber für dich? Meine eindrucksvollsten Erlebnisse teile ich mit Adelheid und meiner Lesergemeinde.

Um die Vergabe dieses Awards nicht zu einer inflationären Schleuderaktion zu machen, nominiere ich meinerseits nur zwei Blogger (verdient hätten es natürlich wesentlich mehr):

Judi Blue – damit sie in ihrem Beitrag endlich schreiben kann: „Glück ist … von Herrn Moser für den Liebster Award nominiert zu werden!“ 🙂

den Einsiedler – weil er einfach crazy ist!

Mit folgenden Fragen sollen sich die Auserwählten quälen:

  1.  Für den kleinen Hunger zwischendurch: Schokoriegel oder Heringsfilets in Tomatensauce?
  2. Ein guter Flaschengeist bietet dir ewiges Leben: Nimmst du an?
  3. Smartphone und jederzeit verfügbares Internet: Fluch oder Segen?
  4. Du darfst für 24 Stunden in eine beliebige Vergangenheit reisen: Was wäre deine Wahl?
  5. Weihnachten: Freude oder Frust?
  6. Weiche Drogen für den Eigenbedarf freigeben?
  7. Du bist zum Tode verurteilt: Was wäre deine Henkersmahlzeit?
  8. Welches Buch würdest du auf die berühmte einsame Insel mitnehmen?
  9. Welches Gesetz würdest du sofort abschaffen?
  10. Auf einer Skala von 1 – 10: Wie wichtig ist dir das Bloggen?
  11. Über welche dieser Fragen musstest du am längsten nachdenken?

Der Leitfaden für die nominierten Blogs lautet wie folgt:

  • Danke der Person, die dich für den Liebster Award nominiert hat und verlinke den Blog in deinem Artikel.
  • Beantworte die 11 Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert hat, stellt.
  • Nominiere zwischen 2 und 11 Blogger für den Liebster Award. Das sollten möglichst solche sein, die noch wenig bekannt sind, aber empfehlenswerte Inhalte bieten.
  • Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.
  • Schreibe diese Regeln in deinen Liebster-Award-Blog-Artikel.
  • Informiere deine nominierten Blogger über den Blog-Artikel.