Apfelstrudel & Roboter

Altweibersommer! Die Sonne glänzte wie ein gelber, eitriger Pickel auf der azurblauen Himmelshaut und Heidi harkte das erste Herbstlaub im Moser´schen Reihenhausgarten zu einem adretten Häufchen. Zufrieden lächelnd summte sie eine mir nicht näher bekannte Herbstmelodie, und ich hatte Appetit auf Apfelstrudel mit Schlagobers. Was vielen Lesern nicht bekannt sein dürfte: Ich halte mich für einen genialen Mentalmagier, für einen Meister der Manipulation, und so brachte ich – während sich mein argloses Weib mit dem Rechen dem Apfelbaum näherte – die Sprache auf Blätterteig.

„Der Blätterteig ist die kulinarische Wunderwaffe der Moderne! Dieser mehrlagige Ziehteig ist der Rolls Royce unter den zahllosen köstlichen Teigen dieser Welt“, dozierte ich mit einem gewissen Feuereifer. „Er ist in Europa schon seit der Zeit der Kreuzzüge bekannt und veredelt nahezu jedes Lebensmittel. Der Blätterteig, im Französischen mille feuille also tausend Blätter genannt, erhebt mit seinem goldgelben, knusprigen Kleid jedes noch so banale Essen in den Adelsstand!“ Heidi blinzelte argwöhnisch in meine Richtung. Unbeirrt fuhr ich fort: „Dröger Schafskäse und matschiger Spinat entfalten im Blätterteigstrudel erst ihre wahre Größe; der zartrosafarbene Lachs erfreut uns im Blätterteigmantel, ebenso das wunderbare Filet Wellington! Ein Gaumenschmaus der Extraklasse! Oder die feinen Pasteten, ein Eckpfeiler der klassischen, französischen Gourmetküche.“ Ich spürte, wie das Aquaplaning auf meiner Zunge gefährliche Ausmaße annahm, und musste mehrmals kräftig schlucken ehe ich weitersprach: „Oder denke nur an all die Köstlichkeiten aus der Patisserie – Pastéis de Nata mit Vanillecreme-Füllung, Baklava, Nusskipferl, Marillentaschen… Oh göttlicher Blätterteig!“ Meine fleißige Frau hielt mit der Gartenarbeit kurz inne, kniff ein Auge zu und starrte mich misstrauisch an. Es wurde Zeit, das Finale meines manipulativen Vortrages einzuleiten: „Doch nichts geht über den Klassiker der Wiener Küche – den Apfelstrudel! Knusprig und köstlich duftend mit einem Klecks Schlagobers, dazu eine Tasse Cappuccino … Mmmmmhhhh!“ Ich stand inzwischen unter unserem Apfelbaum und schlängelte meine Arme so gut es ging durch das Geäst. Dazu zischelte ich verführerisch Richtung Heidi: „Eva!! Kosssste vom Baum der Erkenntnisssss… backe deinem Adam einen Apfelstrudel, auf dasssss eure Seligkeit im Paradiiieessss nie enden möge!“ Ich rüttelte ein wenig am Baum der Erkenntnis, worauf drei reife Äpfel zu Boden plumpsten. Natürlich hatte ich mich zuvor überzeugt, dass fertiger Blätterteig im Kühlschrank vorrätig war. Mit hypnotischem Blick linste ich zwischen den Ästen hervor und züngelte: „Apfelstrudel, Apfelstrudel, essen alle Leute gern!“ „Ich hab schon verstanden, Moser! Du kannst dein Laientheater beenden, ich mach dir ja deinen geliebten Apfelstrudel“, lachte Heidi. „Aber erst mähst du wie versprochen den Rasen.“

Zwei Stunden später saßen wir auf der Terrasse, genossen Cappuccino und Heidis paradiesischen Apfelstrudel. Erschöpft und gestochen von der ungewöhnlich starken Altweibersonne blickte ich auf den Rasen, der vor uns lag wie ein frisch geschorener grüner Pudel. „Eigentlich ist es ein Irrsinn, dass in unserer hochtechnisierten Zeit nicht ein Roboter die stumpfsinnige Arbeit des Rasenmähens übernimmt“, sinnierte ich insgeheim, wohl wissend, dass Heidi der Anschaffung eines modernen Mähroboters ablehnend gegenüberstand. Sie ist ja immer noch der Meinung, dass mir ein bisschen Bewegung nicht schadet. Es wurde also wieder Zeit für den genialen, übersinnlichen Manipulator, den großen Moseroni! Fast beiläufig lenkte ich das Thema auf die Digitalisierung und Roboterisierung der Welt, sprach eindringlich über Haushalts-, Pflege- und Industrieroboter, über Umbruch, Fortschritt und selbstfahrende Autos. Meine liebe Heidi ist diesbezüglich etwas konservativ eingestellt und argumentierte mit dem Verlust von Arbeitsplätzen dagegen. Ich jedoch ließ mich nicht beirren, beschwor die Visionen des Isaac Asimov, von Jules Vernes und den technologiehörigen Japanern. „Wir dürfen uns dem Fortschritt nicht verschließen“, steuerte ich auf den Höhepunkt meines Vortrages zu. „Lass uns einen Mähroboter kaufen! Er schenkt uns Woche für Woche wertvolle Lebenszeit, die wir gemeinsam auf der Terrasse vertrödeln können!“ Ich sprang auf und brachte mit eckigen, abgehackten Bewegungen die lebensechte Imitation eines intelligenten Roboters zur Aufführung: „Herr Moser, mein Meister, darf ich heute Ihren Rasen mähen?!“ Zur Verstärkung des Effektes ließ ich meine Stimme etwas elektronisch verfremdet klingen, was aber nicht ganz überzeugend gelang und sich mehr nach E.T. auf Speed anhörte. Obwohl ich mein ganzes Talent und enorme Inbrunst in meine Roboterrede gelegt hatte, blieb es ein Kampf gegen Windmühlen. Heidi wich keinen Millimeter von ihrem Standpunkt ab, und ich sank völlig verausgabt in den Gartenstuhl. Um ihre Meinung zu untermauern, grub meine Gattin noch die alte Geschichte von Bobby aus: Im verwichenen Frühjahr wurde ich gegen meinen Willen mit den Agenden des Staubsaugens betraut. Eine stupide Tätigkeit, die ebenso gut eine Maschine übernehmen konnte. Also kaufte ich einen Saugroboter und nannte ihn Bobby (Roboter > Robert > Bob > Bobby). Leider flüchtete der undankbare Kerl schon bei seinem zweiten Einsatz und ward seither nie mehr gesehen. Ich hatte im Vorgarten die Badezimmervorleger ausgeschüttelt und vergessen, die Haustür zu schließen, während Bobby unseren Vorzimmerteppich abgraste. Wie ich zu spät merkte, war der Saugroboter aus der halboffenen Tür geschlüpft und in unserer Reihenhaussiedlung abgetaucht. Ich lief stundenlang durch die Wohnanlage, laut und lockend „Booooby!“ rufend, doch er blieb verschwunden. Ich gestaltete am PC sogar Flugzettel mit dem Foto eines baugleichen Saugroboters, die ich an jeden Laternenpfahl und jeden Gartenzaun der Siedlung klebte: „VERMISST! Unser kleiner Saugroboter, noch keine 6 Wochen alt, ist am Nachmittag des 6. April 2018 unverhofft entlaufen. Er hört auf den Namen Bobby und ist überaus scheu. Bitte nur mit Wollmäusen und Staubflusen füttern, keine harten oder größeren Gegenstände! Sachdienliche Hinweise an Familie Moser, Haus Nr., Tel. Nr. Mail blabla.“ Ergebnis: Spöttisches Getuschel der Nachbarn, doch Bobby war für immer von uns gegangen.

Nun rieb mir Heidi diesen tragischen Vorfall wieder unter die Nase und meinte, dass einem Mähroboter wahrscheinlich ein ähnliches Schicksal beschieden sei, weil ich gern die Gartentür offen lasse. „Aber ich würde unseren Mähroboter Shaun nennen!“ warf ich mein letztes Eisen ins Feuer der Diskussion. „Du weißt schon: Mähen > Schaf > Shaun das Schaf. Du liebst die Bücher von Shaun dem Schaf!!! Heidi, bitte!“ Heidi schüttelte den Kopf. Seufzend nahm ich mir ein zweites Stück vom Apfelstrudel.

Manchmal stößt auch der größte Mentalmanipulator an seine Grenzen.

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Der Praktikant

Als ich heute Morgen die heiligen Hallen unserer Fischkonservenfabrik enterte, drang mir das markante Stimmorgan unserer Putzperle Editha durch Mark und Bein: „Guten Morgen, Cherr Mosääär! Wieder zurick aus Urlaub! Scheeen!“ Die Ukrainerin wirbelte den feuchten Wischmopp durch die Luft, stürmte auf mich zu und tätschelte mir nach Großmutter-Art in die Wange: „Ist wieder in Biro, mein gutes Cherr Mosäär. Hab ich Freide!“ Überwältigt von so viel Herzlichkeit  drückte ich ihr ein Plastiksackerl, prall gefüllt mit Cocktailtomaten, in die Hand. Eigentlich wollte ich mich damit bei unserer Direktorengattin Svetlana Pfotenhauer einschleimen, aber Editha war der Gabe aus unserem Garten natürlich ebenfalls mehr als würdig. Immerhin hält sie im Rahmen ihrer aufopfernden Wischtätigkeit in der Führungsetage Augen und Ohren offen, um mich mit brandheißen Betriebsinterna zu versorgen. Und auch heute hatte sie Neuigkeiten für mich: „Kommt am Montag a Praktikant, Ferienpraktikant. Soll riechen in Fischgeschäft fir eine Woche. Hab ich gehert wie Präsident Pfotenhauer hat telefoniert.“ Editha ließ eine Cocktailtomate zwischen den Zähnen zerplatzen, stöpselte die Kopfhörer ihres Smartphones ein, rief mir ein lautes „Jetzt Werbung, dann Frihstickspause!“ zu und verschwand Richtung Herrentoilette, wo sie offiziell ihrer beruflichen Tätigkeit nachgeht, inoffiziell aber mit großer Wahrscheinlichkeit einen Joint durchzieht.

Im Büro fuhr ich den Computer hoch und schenkte mir eine Tasse von Heidis Kaffee aus der Thermoskanne ein. Die Mailbox zeigte 329 ungelesene Nachrichten an. Ich seufzte. Verdammter Urlaub. Irgendwie fühlte ich mich noch nicht bereit für das harte Fischkonservengeschäft. Ich öffnete das Fenster, warf einen Blick auf Cernys unaufgeräumten Schreibtisch (der ungeliebte Kollege befindet sich gottlob noch in den Ferien) und in den Kühlschrank, wo eine Packung Milch ihr Ablaufdatum um drei Wochen überschritten hatte. Nachdem ich kurz geschnuppert hatte, stellte ich sie angewidert zurück in die Kühlung und entschied, meinen Kaffee heute ausnahmsweise schwarz zu trinken. Ich fischte die Tageszeitung aus meiner schweinsledernen Aktentasche, überflog die üblichen Horrormeldungen, blätterte zum Sport und schließlich zur Rätselseite.

Bling! 330 ungelesene Nachrichten. Absender: Direktor Mag. Erwin Pfotenhauer. Nichts Gutes ahnend öffnete ich die Mail. Nachdem er einleitend seiner Hoffnung Ausdruck verlieh, dass ich einen erholsamen Urlaub verbracht habe und nun „in alter Frische zur Tat schreite“, kam er zum Wesentlichen: Ab kommenden Montag, den 27. August, wird ein junger Maturant ein Schnupperpraktikum in unserer Manufaktur absolvieren. Da ich Ihren Fleiß und Einsatz, sowie Ihr jahrzehntelanges Know How sehr schätze, habe ich beschlossen, den jungen Mann Ihnen, lieber Herr Moser, zur Seite zu stellen. Er wird 1 Woche an Ihrer Seite sitzen, beobachten und lernen, welchen Tätigkeiten Sie als Abteilungsleiter in der Administration so nachgehen. Mfg, Dir. Pfotenhauer  

Mit einem Klick löschte ich die Nachricht und widmete mich wieder meiner Zeitung. Ich hoffe, der Typ kann Sudoku.

Das Paradeiserparadies

Ich schätze den schottisch-britischen Autor Robert Louis Stevenson nicht nur wegen seines Jugendbuch-Klassikers „Die Schatzinsel“, er hat der Nachwelt auch einige kluge Aphorismen hinterlassen, wobei ich besonders Müßiggehen verlangt ein starkes Selbstbewusstsein hervorheben möchte.  Wie der intime Kenner des Moser´schen Reihenhaus- und Fischkonservenfabrikslebens vielleicht schon mitbekommen hat, bin ich ein bekennender Verfechter des Müßiggangs. Es vermag daher nicht wirklich zu überraschen, dass ich die auf diesem Blog angekündigte Urlaubssperre über die Maßen in die Länge gezogen und wegen des großen Erfolges bis zum heutigen Tag (22. August, im Übrigen der Tag des Fisches) prolongiert habe. Natürlich war das süße Nichtstun auch der rekordverdächtigen Hitzewelle geschuldet, die mein Abteilungsleiterhirn im eigenen Sud köchelte und in fataler, totaler Antriebslosigkeit mündete. Eigennützig stellte ich mein Wohlbefinden über Leserbindung und Blogpflege, stellte meine Füße in einen Kübel mit kaltem Wasser und vertiefte mich in das Werk des dänischen Philosophen Sören Kierkegaard, anstatt die hungrige Leserschaft mit erbaulichen Beiträgen zu füttern. Heute Morgen jedoch konterkarierte mein geliebtes Weib Heidi den wunderbaren Robert L. Stevenson mit einem banalen deutschen Sprichwort: „Der Müßiggang bringt Schand´ und Not – der Fleiß hingegen Ehr´ und Brot! Moser, es wird Zeit wieder an deine Leser zu denken. Hau in die Tasten!“ Verzweifelt suchte ich nach einer griffigen Ausrede, nahm zwei große Bissen von der Nutella-Semmel, um Zeit zu gewinnen, beklagte mein gedünstetes Gehirn und den Mangel an Themen, an Einfällen, täuschte sogar einen Schwächeanfall vor, da mich vor vier Tagen eine Wespe in den Nacken gestochen hatte…. doch die konsequente Frau Moser ließ keinen Einwand gelten. Also erzähle ich Ihnen – wenn auch noch etwas widerwillig, da ich lieber im Schatten des grünen Sonnenschirmmonsters Kaffee schlürfen und Löcher in die flirrende Luft starren würde – eine kleine Tomatengeschichte.

Während also in den letzten Wochen ein brüllend heißer Zuwarmi über die halbe Welt fegte, vom Polarkreis über Griechenland bis Kalifornien verbrannte Erde hinterließ, und die Bauernschaft über existenzbedrohende Ernteausfälle klagen musste, blieb unser kleines Reihenhausparadies von Dürre und Missernten verschont. Nicht zuletzt dank Heidis aufopfernder Pflege und Intensivbewässerung blüht und gedeiht unser Garten in sattem Grün, gesprenkelt von den roten und orangen Farbtupfern der Cocktailtomaten. Obwohl wir im Frühjahr die Aussaat der Tomatenpflanzen aufgrund des überüppigen Ertrages in den Vorjahren drastisch reduziert, ja nahezu halbiert hatten, fällt die Ernte überdurchschnittlich gut aus. Nahezu täglich ziehe ich mit nacktem Oberkörper und Strohhut hinaus zum Hochbeet und befülle Schüssel um Schüssel mit den Miniversionen des Nachtschattengewächses, während mir der Schweiß tränengleich über die sonnengegerbten Wangen rinnt und ich die alten Baumwollpflückerlieder unserer Vorfahren summe. Einen Großteil der Ernte verschenken wir mit besten Grüßen an Schwiegermutter Inge, Freunde und die halbe Belegschaft der Fischkonservenmanufaktur, dennoch bleiben uns reichlich Paradeiser für Suppen, Saucen, Schäumchen, Sugo und Sonstiges. Wir Österreicher nennen die Tomate ja poetisch Paradeiser, was von Paradiesapfel abgeleitet wird. Bei den Italienern heißt es pomodoro, also Goldapfel. Die Tomate tauchte erst im 19. Jahrhundert auf und leitet sich von xitomatl aus der Aztekensprache Nahuati ab. Doch egal wie man sie nennt, uns staubt das säuerlich-süße Gemüse schon aus den Ohren. Heidi hat bereits alle Rezepte mit Paradeisern aus dem Internet durchgekocht, sie als Marmelade eingekocht, mit Senfkörnern in Essig eingelegt und sogar Ketchup selbst gemacht.

In den letzten zwei Wochen hatten wir ein Auge auf das Häuschen von Frau Vogelsang, da sie sich eine Mittelmeerkreuzfahrt gönnte. Auf ihre Bitte hin entfernten wir Reklame-Wurfsendungen von ihrer Haustür, sahen nach dem Rechten und gossen die Rosen im Vorgarten. Soweit so gut. Gestern Abend, ich saß mit Heidi eben bei Tomatengelee mit Mozarella und Basilikum, klingelte Frau Vogelsang und bedankte sich überschwänglich für unsere Nachbarschaftsdienste. „Nichts zu danken, Frau Vogelsang. Haben wir doch gern gemacht“, wehrte ich bescheiden ab. „Nein, nein, das ist heutzutage nicht selbstverständlich!“ meinte die liebe Dame und drückte mir als „kleines Dankeschön“ einen riesigen, hübsch geflochtenen und schätzungsweise 5 kg schweren Korb in die Hand. Neugierig lupfte ich das Tuch… und erblickte kiloweise Cocktailtomaten. Mich überfiel ein leiser Brechreiz. „Aus dem Garten, lassen Sie es sich schmecken!“ zwinkerte mir Frau Vogelsang zu und verschwand in der Abenddämmerung.

Heute werden wir nach Sonnenuntergang einen Cocktailtomatencocktail auf der Terrasse genießen. Bei dieser Gelegenheit werde ich für ein Paradeiser-Anbauverbot im nächsten Jahr plädieren.

Urlaubssperre

Die Fischkonservenfabrik und das Moser´sche Reihenhaus bleiben urlaubsbedingt in den nächsten Wochen geschlossen! Herr Moser und seine liebe Gattin Heidi legen sich auf die faule Haut und verbringen ihre Sommerfrische in der grünen St. Eiermarkt. Üppig frühstücken, im Wald Schwammerl pflücken, lesen, die Seele baumeln lassen, ab und an eine Prise Kultur. Leben.

Ich wünsche allen Lesern und Freunden eine erholsame Sommerzeit! Bis irgendwann im Herbst. Herzlichst, Ihr Herr Moser.

Wassermelone, Kirschkerne & Serienkiller

Jim konnte seine Wut nicht mehr bezwingen. Keinen Augenblick länger wollte er sich die Gedanken dieses wahnsinnigen Schlächters anhören. Er stemmte sich gegen die Fesseln und brüllte aus vollem Halse, schrie seinen Hass und seine Qual heraus. Er konnte die Empfindungen, die in ihm brannten wie das Feuer der Hölle, nicht in Worte fassen. Sein Schrei war älter als alle Wörter, primitiver, urtümlicher. Jim rannen Tränen über die Wangen. Es brach ihm schier das Herz, seine Frau und seine kleine Tochter so hilflos und verängstigt zu sehen. Während er vor Wut zitterte, suchte Emily seine Aufmerksamkeit und bedeutete ihm mit einer Bewegung ihrer Augen, nach rechts zu schauen. Jim folgte ihrem Blick. Und schaute in die kalten grauen Augen eines Monstrums…

Atemlos vor Spannung blätterte ich um, meine Nerven waren zum Zerfetzen gespannt. Welche Grausamkeit hatte sich der irre Serienkiller Frank Ackerman jr. diesmal ausgedacht? Würde Police Officer Jim Morgan einen Ausweg aus der hoffnungslosen Situation finden und seine Familie vor den Fängen der Bestie retten können? Ich kauerte seit Stunden auf der Couch, hatte Zeit und Raum rings um mich vergessen und nicht bemerkt, dass inzwischen längst die Dämmerung hereingebrochen war. Just in diesem Augenblick betätigte meine brave Heidi den Lichtschalter und riss mich mit einer 5er-Schiene 65W-LED-Spots aus dem wohligen Lesegrusel schlagartig zurück in die Reihenhaus-Realität: „Moser, lies doch nicht im Dunkeln! Du verdirbst dir die Augen!“ Ein Satz, den ich von meiner lieben Mama Fritzi wohl tausend Mal gehört habe und sofort fühlte ich mich in meine Kindheit versetzt. Der kleine Moser ist ja in einer Welt der Mythen, der Halb- und Unwahrheiten herangewachsen. Ich wurde mit mütterlichen Warnungen geimpft wie gegen Pocken, Zecken und Kinderlähmung. Zog ich beispielsweise eine lustige Grimasse und schielte dabei, kam Mamas „Hör auf damit, sonst bleiben dir die Augen stecken!“ so zuverlässig wie das Amen in der Kirche. Sobald ich mir eine Handvoll Kirschen schnappte, predigte sie mit erhobenem Zeigefinger: „Pass auf Bub, wenn du einen Kirschkern verschluckst, wächst daraus ein Baum in deinem Bauch und die Äste kommen dir aus Mund, Nase und Ohren heraus!“ Auch das Verschlucken eines Kaugummis bedeutete Lebensgefahr, denn er verklebt den Magen, ich würde nie wieder AA machen können und eines qualvollen Todes sterben. (Liebe Mutti! Jetzt kann ich es dir ja verraten: die Verdauungsflüssigkeit im menschlichen Magen besteht zu einem Großteil aus Salzsäure und die zersetzt sogar einen läppischen Kaugummi).

Ebenso todbringend wie Kirschkerne und Kaugummi waren in meiner Kindheit der weiße Rand von Wassermelonen, sowie die weiße Haut zwischen Schale und Frucht bei Orangen und Mandarinen. Laut Mama Moser, der Königin der Angstmacher, strotzten die nur so vor Blausäure. Überhaupt barg das sonst so gesunde und vitaminreiche Obst eine Fülle heimtückischer Gefahren. Ich liebte süße, reife Zwetschken, durfte sie aber nur vernaschen, wenn ich zuvor einen Eid ablegte und schwor, mindestens eine Stunde danach kein Wasser zu trinken. „Sonst bekommst du üble Bauchschmerzen und Durchfall“, warnte die besorgte Mutter. Die 1-Stunden-Regel fand übrigens auch im Schwimmbad Anwendung und ich musste mich für eine Stunde nach Verzehr der mitgebrachten Schnitzel mit Gurkensalat im Schatten aufhalten und durfte mich dem Schwimmbassin nicht mal nähern. Wie ich inzwischen weiß, hat keine Studie je nachgewiesen, dass ein voller Bauch im Wasser negative gesundheitliche Folgen hat. Auch der Mythos von Rückenmarkschwund und Blindheit durch die lustvolle Sportart des Onanierens ist wissenschaftlich nicht haltbar. Ginge es also nach den Weisheiten meiner sonst so geschätzten Frau Mama, wäre ich heute längst tot oder säße zumindest als blinder Krüppel im Rollstuhl, zu nichts anderem fähig als jene Kirschen zu pflücken, die auf dem Baum aus meinem Bauch wachsen.

„Liest du schon wieder diesen Serienmörder-Schmarrn?“ frug Heidi vorwurfsvoll. Ich nickte und brummte unwillig unter dem gleißenden Licht der Wohnzimmer-Spots. „Dieser Irrsinn ist nicht gut für die Psyche, das bleibt alles in deinem Unterbewusstsein“, schüttelte Heidi einen neuen Mythos aus dem Ärmel. Was glaubt mein geliebtes Weib von mir? Dass ich nach der Thriller-Lektüre den biederen Abteilungsleiter abstreife und im Gartenschuppen junge Mädchen erwürge und abhäute? Lächerlich. Ich schnappte mir ein Stück Wassermelone und schnitt den weißen Rand sorgfältig weg. Man weiß ja nie.

Tanz auf dem Vulkan

Wie die interessierten Vulkanologen unter Ihnen sicherlich aus den Schreckensnachrichten mitbekommen haben, macht derzeit in Guatemala der Volcan de Fuego (Feuervulkan) seinem Namen alle Ehre und speit Feuer, Tod und Verderben. 1,7 Millionen Menschen sind von dem Ausbruch betroffen, Tausende mussten evakuiert werden, rund 100 Verzweifelte fanden einen grauenvollen Tod, ebenso viele gelten noch als vermisst. Jetzt mögen Sie gelangweilt abwinken und einwenden: „Warum erzählt uns der alte Fischkonservenmoser von dieser Naturkatastrophe? Es gibt so viel Leid auf dieser Welt und Guatemala ist weit weg! Wir wollen lieber ein paar humorige Schenkelklopfer über Heidi, die ukrainische Reinigungsfachkraft Editha und den wunderlichen Cerny lesen, ein paar aberwitzige Anekdoten aus dem Reihenhaus-Leben des Abteilungsleiters!“

Geliebtes Leservolk, geschätzte Freunde: Ich erwähne den verheerenden Vulkanausbruch im fernen Mittelamerika nicht ohne Grund. Denn exakt vor einem Jahr, und ich meine exakt, befand ich mich gemeinsam mit meinen Kollegen auf Einladung meines Arbeitgebers auf Incentive-Reise in Guatemala. Bemühen Sie gerne die Archivfunktion dieses Blogs und blättern Sie zurück zum Juni 2017, um meine Abenteuer nachzulesen. Freilich erscheinen der Verlust meines Reisegepäcks, mein epochaler Vortrag in knallbunter Indio-Kleidung, die Heimsuchung durch Montezumas Rache und andere kleine Vorkommnisse völlig lächerlich und irrelevant im Vergleich zu den aktuell herrschenden Zuständen in Guatemala. Bereits im Vorfeld, als unser geschäftsführendes Ehepaar Mag. Erwin und Svetlana Pfotenhauer stolz verkündete, die werte Belegschaft der Konservenfabrik zu einem teambildenden Belohnungstrip ins wilde Guatemala entführen zu wollen, äußerte ich schwere Bedenken. Nicht nur die endlos lange Flugdauer und die Möglichkeit eines Absturzes über dem unwegsamen Dschungel des ehemaligen Maya-Reiches samt drohendem Kannibalismus unter den Überlebenden malte ich mit eindrucksvollen Worten in die Köpfe der potenziellen Reiseteilnehmer, ich warnte auch vor tödlichen Infektionskrankheiten, mörderischen Insektenangriffen und einem fürchterlichen Tod durch den Ausbruch des Volcan de Fuego. Wie Sie sich vorstellen können, war ich ein einsamer Rufer in der Wüste; wurde als Spinner, Hasenfuß, als ein Teufel-an-die-Wand-Maler hingestellt.

Nun ist den hämisch grinsenden Spöttern das Lachen vergangen. Neben der Tatsache, dass unsere Kantine seit vorgestern nun täglich auch ein veganes Menü anbietet, ist der Vulkanausbruch in Guatemala das beherrschende Thema unter den Bürohengsten und –stuten. Nicht auszudenken, Gott hätte aus Langeweile bereits im Juni 2017 auf das Vulkanausbruch-Knöpfchen gedrückt und damit nicht nur hunderte guatemaltekische Leben ausgelöscht, sondern auch eine komplette Wiener Fischkonservenmanufaktur! Welch Ironie des Schicksals, wäre Herr Moser, ein gebürtiger Wiener vom Scheitel bis zur Sohle, in einem pyroklastischen Fluss (Glutlawine aus Lava, Steinbrocken und Gas) qualvoll ertrunken. Ein wahrlich unrühmliches Ende für einen echten Österreicher, der mit einem stilechten Tod durch Herzverfettung, Schlaganfall oder Lungenkrebs rechnen durfte. Und da ich aufgrund meines verlorengegangenen Koffers in bunte Indio-Landestracht gewandet war, wäre meine Asche womöglich in einem guatemaltekischen Katastrophen-Massengrab bestattet worden. Mich schaudert, auch um Heidis Willen.

Als ich heute für die Dauer von zwei Stockwerken die Aufzugskabine mit Svetlana Pfotenhauer teilte, meinte ich zu ihr: „Sollten Sie wieder eine Incentive-Reise planen, ist Guatemala diesmal hoffentlich vom Tisch!“ „Keine Sorge, Herr Moser“, gab sie zurück, „Die Umsätze Ihrer fischlosen Tofufische lassen derzeit zu wünschen übrig. An eine Belohnungsreise auf Firmenkosten ist wirklich nicht zu denken!“ „Eventuell ein kleines Wellness-Resort in der Toskana? Garantiert keine Vulkanausbrücke!“ rief ich Svetlana nach, die bereits Richtung Marketingabteilung schwebte. Doch sie tat, als würde sie mich nicht hören. Undank ist der Welt Lohn.

Fax mal wieder!

Hätte man mir in den 80er Jahren die Frage gestellt: „Was hat drei Buchstaben, endet mit X und ist saugeil??“ wäre meine Antwort mit Sicherheit wie aus der Pistole geschossen gekommen: das FAX! Viele meiner älteren Leser werden das Gerät, das damals unseren Büroalltag revolutionierte, noch kennen. Voller Wehmut erinnere ich mich zurück, als in unserer traditionsreichen Fischkonservenmanufaktur die Faxgeräte Einzug hielten. Ihr Herr Moser war seinerzeit natürlich noch bei weitem kein Abteilungsleiter, sondern bloß ein junger Bürohengst, doch als die ersten Faxmaschinen bei uns installiert wurden, bekam mein Arbeitstag plötzlich einen Sinn. Alles wurde gefaxt, Sätze wie „Natürlich Herr Direktor, ich fax Ihnen das gleich rüber!“ oder „Ja klar, schick mir einfach ein Fax“ wurden tausend Mal täglich ausgesprochen und gehörten bald zum Standard-Sprachschatz der Bürokultur. Ich erinnere mich weiters, dass der größte Teil meiner Arbeitszeit für die Produktion von Schriftstücken draufging, die nur einen Zweck hatten: gefaxt zu werden. Auf meiner elektrischen Schreibmaschine fabrizierte ich Briefe, Aufstellungen und Kalkulationen als Munition für das Faxgerät. Und am Nachmittag fütterte ich die Wundermaschine mit dem am Vormittag Geschriebenen, lauschte dem Rauschen und Zirpen der Telefonleitung und erfreute mich an der Vorstellung, dass mein Brief in dieser Sekunde 1:1 am anderen Ende der Welt aus einem Fax quillt. Natürlich trieben wir mit dem Gerät auch Schabernack, kopierten das Foto eines Revolvers auf ein Blatt Papier, schrieben darunter: Das ist ein ÜBERFAX! Faxen Sie uns sofort Ihr gesamtes Bargeld – keine Polizei! und faxten es an die Bankfiliale vis-à-vis, die heute schon längst ein Wettcafé ist. Den ersten Faxgeräten wohnte auch ein Zauber namens Thermopapier inne und ich staunte nicht schlecht, als mich Direktor Pfotenhauer eines Tages bat, ihm den Vertrag zu bringen, den ein gewisser Kornheisl im Vormonat gefaxt hatte. Der Vertrag bestand aus einer kaum zu glättenden Papierrolle und die Schrift war wie bei Zaubertinte nahezu unsichtbar geworden. Magic! Ich liebte unser Faxgerät und wähnte mich im Olymp der modernen Telekommunikation, endlich in der Zukunft angekommen. Doch dann kamen wenig später die ersten leistbaren Heimcomputer auf den Markt, irgendwann erfand so ein Klugscheißer das Internet und E-Mail, und mein geliebtes Fax verschwand in der Versenkung, nutzlos geworden wie die Tageszeitung von letzter Woche. Oh, wie vermisse ich dieses schrille Pfeifen im Telefonhörer, wenn man irrtümlich die Fax-Durchwahl gewählt hatte!

Ein ähnliches Schicksal war übrigens auch dem in den 80er und 90er Jahren sehr beliebten Anrufbeantworter beschieden. Ein absolutes Must have – als Heidi und ich unsere erste kleine Wohnung bezogen, kaufte sie ihren Zimmerpflanzen pastellfarbene Übertöpfe und ich unserem Festnetzanschluss einen Anrufbeantworter, kurz und hipp AB genannt. Wer damals auf sich hielt, trug Sakkos mit aufgestelltem Kragen, umgekrempelten Ärmeln und Schulterpolstern, die Dauerwelle als „Frisur“ am Kopf, hörte Falco, Nena und Opus und war telefonisch nur über den AB erreichbar. So demonstrierte man damals, wie wichtig und gestresst man war. Wer in den späten Achtzigern bei Familie Moser anrief, bekam bloß Max Raabe ans Telefon, der „Kein Schwein ruft mich an, keine Sau intressiert sich für mich“ näselte und danach Heidi mit wohlklingendem Timbre: „Hallo, hier sind die Mosers. Wir sind derzeit leider nicht erreichbar, bitte hinterlassen Sie uns eine Nachricht nach dem Biep-Ton! Wir rufen sobald als möglich zurück.“ Eine feine Sache. Nach außen demonstrierte man Unabkömmlichkeit, gleichzeitig konnte man in Ruhe entscheiden, ob man überhaupt zurückrufen will. Doch dann kamen die ersten leistbaren Handys und irgendwann erfand so ein Klugscheißer das Smartphone, und mein geliebter AB verschwand in der Versenkung.

Doch zurück zum Fax. Aus welcher Zeit stammt diese wundervolle Erfindung, was würden Sie spontan schätzen? Wahrscheinlich werden viele von Ihnen auf Ende der 70er oder Anfang der 80er Jahre tippen, oder? Falsch. Das Faxgerät geht zurück auf die 40er Jahre, allerdings nicht 1940 – sondern bereits 1840!! Am 27. Mai 1843 bekam nämlich der schottische Mechaniker und Erfinder Alexander Bain das britische Patent für seine „Verbesserungen in der Herstellung und Regulierung von elektrischen Strömen und Verbesserungen in Uhren und in elektrischen Druck- und Signaltelegrafen“, genauer für einen Kopiertelegrafen. Das war das erste Faxgerät, mit dem man Handschriften oder Zeichnungen elektrisch übertragen konnte. Wir feiern also morgen das unglaubliche Jubiläum „175 Jahre Fax“. Dieses sensationelle Wissen teile ich gerne mit Ihnen und Sie können die kleine Anekdote über die Entstehung des Faxgerätes gerne unentgeltlich als Kracher beim nächsten Party-Smalltalk zünden. Ich verlange dafür kein Honorar, keine Gage, keine Urheberrechtsentgelte, da ich mit diesem kleinen Internet-Tagebuch keine Gewinnabsichten hege und kein Geld verdiene.

Dies führt mich zur Datenschutz-Grundverordnung DSGVO, die in den letzten Wochen für so viel Aufregung unter meinen werten Blogger-Kollegen gesorgt hat und die nun gestern endgültig in allen 28 EU-Staaten in Kraft getreten ist. Zeter & Mordio wurde gerufen, ich schließe meinen Blog, ein Wahnsinn, was muss ich tun, wie soll ich mir 20-Millionen-Abmahnungen leisten, ich hab die Schnauze voll und dergleichen mehr. Es wurde recherchiert, Anwälte und Spezialisten konsultiert, mehrteilige Serien über den richtigen Umgang mit der Verordnung wurden publiziert und die Verwirrung war groß. Wie der treue Leser sicher noch nicht bemerkt hat, gibt es seit dem gestrigen Freitag keinerlei Änderungen auf dem Blog von Herrn Moser. Nada, nix, niente. Ich stelle ein paar kleine Geschichten ins Netz und hoffe, dass sie euch gut unterhalten. Ich verdiene damit aber kein Geld, ich verarbeite keine personenbezogenen Daten und hege auch sonst keine unlauteren Absichten. Wer zur Sicherheit aber trotzdem gerne eine Datenschutzerklärung von mir hätte, kann mir nach dem Biep! gerne eine Nachricht hinterlassen. Ich faxe sie Ihnen dann zu. Biep!

Abbildung: SWR.de

Sport ist Mord

Wie der geneigte Leser weiß, habe ich meinen kürzlich 60 gewordenen Körper auf Anraten von Heidi einer Generaluntersuchung unterzogen. Es wurde gespiegelt (Magen, Darm, Blutzucker), gemessen (Größe, Gewicht, Blutdruck), gehorcht, geklopft, gestochen, gestöhnt, gehustet, röntgenisiert. Das Ergebnis war zwar nicht berauschend, gab aber auch keinen Anlass zum Jubeln und mein Hausarzt Dr. Wolfi gab mir neben diversen Medikamenten noch einen guten Rat mit auf den Weg: „Mein lieber Herr Moser, das eine oder andere Schnitzel und Glas Wein weniger, hören Sie zu rauchen auf und… (dramaturgische Pause) betreiben Sie ein wenig Sport! Ein paar Kilo abnehmen, ein bisserl regelmäßige Bewegung und Sie werden 100 Jahre alt.“ Die Aussicht auf 40 Jahre Genussverzicht und schweißtreibenden Sport stimmte mich verdrießlich.

Woher kommt eigentlich das Wort „Sport“? Im Englischen gibt es das Wort disport, was so viel bedeutet wie Zerstreuung, Vergnügen (lateinisch deportare: sich vergnügen). Der Sport früherer Jahrhunderte war höheren Gesellschaftsschichten vorbehalten, da sie die Einzigen waren, die die entsprechende Muße dafür hatten. Ich persönlich halte es mit dem britischen Staatsmann Sir Winston Churchill, dem das berühmte Zitat „No sports“ (Sport ist Mord) zugeschrieben wird – seine Antwort auf die Frage, was das Rezept des leidenschaftlichen Zigarrenrauchers und Whiskyliebhabers für ein langes Leben sei. Churchill wurde 91 Jahre alt. Ich würde zwar nicht behaupten, dass Sport gleich Mord ist, aber mindestens so etwas wie fahrlässige Tötung oder Totschlag. Erst gestern berichtete mir Heidi von einem Fußballspiel ihres Neffen Luki, der in der U15 Mannschaft eines niederösterreichischen Vereins kickt. Ergebnis: 1:3 und ebenso viele Verletzte wie Tore: Schlüsselbeinbruch, angeknackster Knöchel, blaues Auge, ausgekegelte Schulter.

Mir wurde der Sport schon in der Schule im Turnunterricht verleidet. Ich hasste den strengen Geruch des Turnsaals nach Schweiß und Leder, die schrille Pfeife des Lehrers, das zackige Antreten in Reih und Glied. Beim Fußball wurde ich regelmäßig als Letzter ins Team „gewählt“, beim Völkerball regelmäßig als Erster mit dem Basketball abgeschossen. Beim Erklimmen der hellgrün lackierten Metallstange, die unüberwindlich und kilometerhoch in den Turnhimmel ragte, scheiterte ich bereits nach 80 cm und musste mich dem spöttischen Gejohle meiner Klassenkollegen aussetzen. Leibesübungen: genügend stand regelmäßig im Zeugnis. Schon das Wort Leibesübungen empfand ich als Hohn, für mich als Schön- und Freigeist ein sintflutliches Relikt aus den Tagen von Turnvater Jahn. Ich hasste Turnen aus tiefstem Herzen.

Dann kam jener schicksalsschwangere Tag, als Susi Möltner vom Turnunterricht befreit war und in ein Buch vertieft gemütlich auf einer Holzpritsche saß (ich besuchte in der Unterstufe des Gymnasiums noch eine sogenannte gemischte Klasse, also mit Mädchen und Buben). „Warum ist Susi vom Turnen befreit?“ frug ich unbedarfter, unaufgeklärter 12- oder 13-jähriger Bengel meinen Freund und Banknachbarn Stefan. „Sie hat ihre Tage“, raunte er mir wissend zu. Darunter konnte ich mir nichts vorstellen. Ihre Tage? Stefan erkannte meine Verwirrung und erklärte: „Sie hat ihre Monatsblutung, ihre Regel halt. Capito?!“ Ich kapierte zwar nichts, sah aber in dieser ominösen Regel einen genialen Entschuldigungsgrund für eine Turnbefreiung. Daheim übte ich stundenlang die ohnehin etwas kindliche Handschrift meiner nichtsahnenden Mama Fritzi. Vor den nächsten Leibesübungen präsentierte ich dem gestrengen Turnprofessor Richter eine handgeschriebene Entschuldigung meiner Mutter:

Mein lieber Sohn Herr Moser kann heute leider nicht am Turnunterricht teilnehmen, weil er seine monatliche Blutung hat. Ich bitte Sie, seine Tage zu entschuldigen, aber so ist die Regel. Hochachtungsvoll Fritzi Moser.

Herrn Professor Richter fiel das silberne Trillerpfeifchen aus dem Mund und er schickte mich schreiend zum Rapport beim Direktor. Er war so aufgebracht, dass ich einige kleine Speicheltröpfchen am linken Auge und auf der Wange abbekam. Am schlimmsten aber war die Aufklärungsstunde bei meinem Vater Poldi, der mich abends in sein Arbeitszimmer zitierte und mir einen Vortrag über Eierstöcke, Eisprung, Samen, Befruchtung und Menstruation hielt. Obwohl ich wiederum kaum etwas verstand, war mir die ganze Sache fürchterlich peinlich und ich schlich nach der biologischen Standpauke mit tiefroten Ohren aus dem Zimmer.

Sie werden verstehen, dass man mein Verhältnis zur körperlichen Ertüchtigung als durchaus gestört bezeichnen kann. Die guten Ratschläge von Dr. Wolfi in allen Ehren, ich mache es mir halt lieber im zitronengelben Liegestuhl bequem und sehe dem Gras beim Wachsen zu, lausche dem Tirili der Vögel und himmle den blauen Himmel an, anstatt joggend oder Gewichte stemmend mein irdisches Ablaufdatum künstlich zu verlängern. So ist die Regel. Hochachtungsvoll, Ihr Herr Moser.

Zeitvertreib

Während in den Produktionshallen unserer kleinen Fischkonservenmanufaktur ungebrochen Hochbetrieb herrscht, in riesigen Kesseln Tomaten- und Currysaucen für die beliebten Heringsfilets gerührt werden und hochtechnisierte Apparaturen die silbrigen Fischlein köpfen und entgräten, stampfende und zischende Maschinen die Konservendosen versiegeln und etikettieren, herrscht im Verwaltungstrakt unheimliche Ruhe. Pfingsten wirft seine Schatten voraus. Die meisten meiner Kollegen und Innen haben sich heute und morgen frei genommen, um in Verknüpfung mit dem kommenden langen Wochenende in den Genuss eines Kurzurlaubes zu kommen. Nicht so Ihr bekannt emsiger Herr Moser, dem Fleiß und Arbeitswut aus allen Poren quillen.

Himmlische Stille in den Büros, keine gackernden und schnatternden Buchhaltungshühner, die aufgescheucht um den Kaffeeautomaten flattern; keine ukrainische Putzfrau Editha, die pfeifend und besenschwingend über die Gänge schlendert, ihre Deutschkenntnisse mit Hitradio Ö3 im Ohr aufpoliert, und mit den Worten Jetzt Werbung! Dann Frihstickspause! in der Herrentoilette verschwindet, um sich einen kleinen Pausenjoint zu gönnen. Keine störenden Mails und Anrufe von Svetlana und Mag. Erwin Pfotenhauer, und vor allem: Auch die traurigen, wässrigen und überdimensionalen Riesenglubscher des Kollegen Cerny bleiben mir heute erspart. Er wurde ja kürzlich von seiner Freundin Jasmin in die Wüste geschickt, hat diesen Schicksalsschlag noch immer nicht verarbeitet und leckt wahrscheinlich über Pfingsten daheim seine Wunden. Soll mir recht sein. Ich werde diesen Tag ohne störende Nebengeräusche nutzen, um effizient und produktiv ein paar Altlasten aufzuarbeiten und mit einem Konzept zum Thema „Marketing & Vertrieb – neue Wege im digitalen Zeitalter“ meinen Status als innovativer Abteilungsleiter zu untermauern.

Ich beginne den Arbeitstag mit einem kurzen Rundgang durch die diversen Büros, um zu sehen, wer außer mir noch ein Mitarbeits-Plus verdient hat, treffe aber nur Irene Schwingenschlögel in Zimmer 2003 – Controlling an. Sie brütet verbissen über irgendeiner Excel-Tabelle, hebt kurz den Blick und eine Augenbraue, frägt rhetorisch „Na Moser, auch da?“ und versinkt augenblicklich wieder im Zahlenmeer. Ich will nicht weiter stören, spaziere zum Kaffeeautomaten und werfe 80 Cent ein, um mir einen Cappuccino zu gönnen. Die störrische Heißgetränkemaschine rückt einen Kakao extra cremig raus. Ich lasse mir die Laune nicht verderben, koste ein Schlückchen, verbrenne mir die Zunge und suche die Toilette auf. Beim Händewaschen werfe ich einen Blick in den Spiegel und stelle fest, dass ich für meine 60 Jahre zwar noch verdammt gut aussehe, aber meine Nasenhaare unkontrolliert zu wuchern beginnen. Ich eile zurück an den Computer, surfe zu Amazon und bestelle einen elektrischen Nasenhaarschneider. Und weil mir daheim der Lesestoff ausgegangen ist, wühle ich mich auch gleich durch das nahezu endlose Angebot der Serienkiller-Thriller und entscheide mich nach Durchsicht Dutzender Inhaltsangaben und Leserkritiken für den Kruzifix Killer von Chris Carter. 470 Seiten Hochspannung für 11,- Euro, das kann man machen. Es ist 9:20, Zeit für richtigen Kaffee und ich gieße mir eine Tasse aus Heidis Thermoskanne ein. Ich öffne das Fenster und gönne mir dazu eine Morgenzigarette. Die Packung ist fast leer und das lange Wochenende naht. Ich schreibe Heidi eine WhatsApp: „Schatz, mein Täubchen, besorgst du bitte für das Pfingstwochenende noch Zigaretten? Danke!“  Ich garniere die Botschaft mit einem Zwinkersmiley, setze nach kurzem Überlegen noch ein Küsschen und ein Herz dazu, und drücke auf Senden. Erledigt. Vor dem Bürofenster weht ein frischer Wind, der Himmel ist bewölkt und ich checke auf der Wetter-App die meteorologischen Aussichten für die Feiertage. Schaut ganz gut aus.

Weil ich gerade das Handy in Händen (sic!!) halte, könnte ich eigentlich auch rasch eine Runde Quizduell spielen, und mein Punktekonto ein wenig aufpolieren. Ich fordere meinen Erzfeind jackwolfskin57 zum Duell und gewinne sechs von sieben Runden, davon vier haushoch. Ich bin ein Teufelskerl und belege unter mehreren Millionen Mitquizzern inzwischen Rang 9.877. Wahnsinn. Eigentlich sollte ich aus meinem enormen Allgemeinwissen Kapital schlagen und ich melde mich online als Kandidat für die Millionenshow an (die österreichische Ausgabe von Wer wird Millionär). „Vielen Dank für Ihre Anmeldung! Wir werden Sie kontaktieren, wenn Sie zum Casting für die Millionenshow ausgewählt werden.“  Na also. Denen werd ich es zeigen. Bei meinem Wissen sollte ein sechsstelliger Gewinn locker drin sein. Was würden wir mit 125.000 oder gar 500.000 Euro anstellen? Wir lieben unseren tomatenroten Spanier zwar sehr, aber ein etwas größeres, flotteres Auto wäre nicht schlecht. Ich klicke mich durch das aktuelle Sortiment von Mercedes, BMW & Co, vergleiche Preise und Ausstattung der diversen Modelle, kann mich aber nicht entscheiden. Na gut, es eilt ja noch nicht und ich checke die geilsten Angebote für einen Island-Urlaub, da es Heidi und mich eher in den Norden zieht anstatt in schwüle, feuchte Länder. Ernüchtert stelle ich fest, dass so ein Island-Urlaub ein teurer Spaß ist und so eine halbe Quiz-Mille doch ein beruhigendes Polster wäre, speziell wenn wir uns für den BMW 225xe iPerformance Active Tourer entscheiden und noch etwas für die Altersvorsorge anlegen wollen. Da muss ich noch ein wenig an meinen Schwachstellen Geographie, griechische Mythologie und Vereinsfußball arbeiten.

Inzwischen ist es 11:36 und ich verspüre Hunger. Ich spaziere zum Schwarzen Brett, um mich über das heutige Menüangebot der Kantine zu informieren. Ich hoffe auf Gefüllte Paprika, bekomme aber Do 17. 5. bis Di 22. 5. wegen Pfingstferien geschlossen! Faules Pack! Zurück am Schreibtisch studiere ich den Flyer der Pizzeria Giovanni, und entscheide mich für die vegetarische Pizza Primavera, bestelle aber im Sinne der ausgewogenen Ernährung um 1,50 Schinken als Extra-Auflage dazu. Ich überlege kurz, ob ich während der 30 Minuten Wartezeit mein Konzept zu Marketing & Vertrieb in Angriff nehmen sollte, entscheide mich dann aber dafür, die Aktenmappen auf meinem Schreibtisch nach Größe und Farbe zu sortieren.

Um 12:30 steht die duftende Pappschachtel endlich vor mir und ich stürze mich heißhungrig auf den italienischen Teigfladen mit Gemüse und Schinken. Der Pizzabäcker hat es mit dem Knoblauch sehr gut gemeint, und mit Magendrücken und Aufstoßen beschließe ich, heute etwas früher Schluss zu machen. Man soll es schließlich nicht übertreiben. Ich melde mich noch rasch bei einem firmeninternen Seminar über den richtigen Umgang mit Stress an, und fahre pünktlich um 13:00 meinen PC runter.

Schöne Pfingsten allerseits!

Manifest für die Küchenrolle

Die Küchenrolle (auch Küchenpapier, Küchenkrepp oder Haushaltspapier) bezeichnet ein spezielles saugfähiges Papier, das vorperforiert ist und auf Papprollen aufgerollt verkauft wird. (Zitat „Wikipedia“)

Nachdem im kinderlosen Haushalt der Familie Moser aus verständlichen Gründen weder Vater- noch Muttertag zelebriert werden, ernannte ich den heutigen Feiertag ebenso kurzfristig wie selbstlos und liebevoll zum Heidi-Tag. Mein braver und fleißiger Schatz sollte im Garten die vormittägliche Frühsommersonne genießen, während ich mich um die Zubereitung der Wiener Schnitzel samt Pommes Frites und Gurken-Dill-Salat kümmerte. Garniert mit ein paar frischen Limettenscheiben und ein paar Klecksen Ketchup wollte ich die österreichische Köstlichkeit in Begleitung eines bunten Blumenstraußes auf den Mittagstisch bringen, und mit den erhofften Pluspunkten meine eheliche Bilanz, die zuletzt deutlich ins Minus gerutscht war (der Russenluster im Schuppen harrt noch immer der Demontage, der Rasen muss gemäht und die Hecke gestutzt werden usw.) ein wenig aufpeppen.

Von der Kochmuse geküsst, werkte ich in der Küche fast weltmeisterlich – schälte und hobelte Gurken, baute eine imposante Panierstraße (Mehl, Ei, Semmelbrösel) auf, und ließ die tiefgefrorenen Pommes im Backofen kalorienschonend und dennoch goldgelb auf den Punkt garen. Wo jedoch gehobelt wird fallen auch Späne, wie der kochaffine Leser weiß. Im Klartext: Während die Schnitzel im heißen Öl brutzelten und den Herd mit Fettspritzern versauten, blickte ich auf das Schlachtfeld Arbeitsplatte, wo Gurkenschalen, verklumpte Semmelbrösel und eine weiße Mehlschicht eine unappetitliche Kulisse abgaben. Doch davon ließ sich Herr Moser nicht abschrecken – vertraue ich doch seit vielen Jahren auf die praktische, rasche und zuverlässige Hilfe der Küchenrolle. Je nach Bedarfsfall feucht oder trocken angewendet, verschwindet selbst die größte Schweinerei in Sekundenschnelle. Quasi „Wisch und weg!“ Schlafwandlerisch griff ich zum Platz, wo unsere Küchenrolle seit jeher auf ihren Einsatz wartet… und bekam eine graue Papprolle mit einem einzigen, letzten Blatt des wertvollen Küchentuches zu fassen. Auf die vorbildliche Vorratshaltung meiner Adelheid vertrauend, eilte ich zur Abstellkammer. Doch ich wurde grausam enttäuscht. Es gab keinen Küchenrollenvorrat, höhnisch grinste mich das leere Regalfach an. Oh Gott! Auf welcher Zellstoffunterlage sollte ich die triefenden Schnitzelchen vom überflüssigen Fett befreien, mit welchem saugfähigen Tuch meine schweißnasse Stirn tupfen?? Panik machte sich breit. War ich küchenrollensüchtig? Abhängig von meinem nützlichen Helfer? Schnell das Gemüse abtrocknen, den verschütteten Kaffee aufwischen oder den Mülleimer reinigen – die Küchenrolle hatte sich so klammheimlich in unseren Alltag geschlichen und unentbehrlich gemacht, dass ein Leben ohne sie zwar möglich, aber sinnlos ist. Ich wollte in den Garten stürmen, um Heidi im zitronengelben Liegestuhl mit ihrer verfehlten Einkaufspolitik zu konfrontieren, besann mich aber rechtzeitig eines besseren. Schließlich bin ich der Chefeinkäufer der Familie. Außerdem entwickelten die Schnitzel im siedenden Sonnenblumenöl bereits verdächtige Röstaromen. Ich rettete unser Mittagessen kurz vor dem Verbrennungstod und fluchte. Über die fettigen, dunklen Schnitzel, den fettigen Herd, die fettige Arbeitsplatte, meine fettigen Finger, die fehlende Küchenrolle.

Nun kann man über den intensiven Gebrauch von Küchenrollen durchaus geteilter Meinung sein und empört rufen: „Jedes Tuch war mal ein Baum!“ So nützlich die kleinen Tücher sind, nach einmaligem Gebrauch werden sie über die Kanalisation oder als Abfall entsorgt und können dem Wertstoffkreislauf nicht mehr zugeführt werden. So entsteht Papiertuch für Papiertuch ein riesiger Müllberg, mit dem man abgerollt inzwischen die Erde ganze 2.100 Mal umwickeln könnte. Die traurige Folge: Immer mehr Bäume fallen der Produktion neuer Tücher zum Opfer. Hinzu kommt, dass zur Papierherstellung sehr viel Energie benötigt wird. Der hohe Wasserverbrauch und der Einsatz von Chemikalien fallen zusätzlich der Natur zu Lasten.

Eigentlich sollte ich für jedes Wegwischen eines Fettspritzers, für jedes Schnäuzen mit einem Stück Küchenrolle mit 30 Stockhieben auf die nackten Fußsohlen bestraft werden. Aber, liebe Leute, sie ist halt so verdammt praktisch!!! Und vergesst nicht: ich wurde in den 70er Jahren unter dem Motto Sex, Drugs & Rock’n Roll domestiziert, und muss heute mit Nachhaltigkeit, Veganismus & Helene Fischer zurechtkommen. Das ist auch nicht einfach.

Als ich mit Heidi beim Schnitzelessen über das Thema diskutierte, hatte sie prompt die richtige Lösung zur Hand: „Wir werden künftig eben nur noch Recycling-Küchenrollen kaufen!“ Kein Problem für Chefeinkäufer Moser. Ich darf bereits keine (!!) Produkte vom Umweltsünder- und Ausbeuterkonzern Nestlé mehr kaufen, keine Thunfischdosen ohne MSC-Siegel für nachhaltige Fischerei, nur Eier aus Freilandhaltung, auch Teigwaren dürfen keine Eier aus Bodenhaltung enthalten, nur Bio-Bauernbrot ohne Zusatzstoffe, keine Wurst aus Massentierhaltung, nur Obst aus Österreich oder von Fairtrade-Partnern, und keine Baby-Tiere wie Kalb o.ä. Ganz einfach, da kommt es auf Recycling-Küchenrollen wirklich nicht mehr an.