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Auferstehung

Nein meine lieben Hasen, Hühner, Lämmer und Leser – am heutigen Ostersonntag ist zwar wahrscheinlich der eine oder andere an einer Kreuzung gestorben, doch diesen bedauernswerten Osterreiseverkehrsopfern gedenken wir heute nicht. Zumindest nicht vorrangig (sic!). Wir besinnen uns vielmehr auf den großartigen König der Juden Jesus von Nazareth, kurz INRI genannt, der vom geifernden Mob und seinem schizophrenen Statthalter Pontius Pilatus ans hölzerne Kreuz genagelt wurde, wo er zunächst beschwingt Allways look on the bright side pfiff, ehe er seine Seele dem guten alten Himmelvater empfahl und – o Wunder – drei Tage später von den Toten auferstand. Der Typ war so megacool, so ein geiler Superstar, dass ihm mein talentierter Freund Andrew Lloyd sogar ein fetziges Hippie-Musical widmete. In meinem Kinderzimmer hing in den 70er Jahren ein Poster des langhaarigen und bärtigen Pink-Floyd-Gitarristen David Gilmour, von dem meine Großmutter selig stets annahm, es handle sich um den Sohn Gottes, im Vorbeigehen das Knie beugte und ein Kreuz über der geblümten Kittelschürze schlug. Ich vertrat stets die Meinung, wer maßgeblich an Meisterwerken wie The dark Side oft he Moon oder The Wall mitgewirkt hat, verdient diese Ehrenbezeugung durchaus und ließ die gläubige Oma ihr Vaterunser vor dem Pink Floyd-Poster beten. Amen.

Nun könnte die verehrte Leserschaft, die einst so dankbar am Leben des Moser teilnahm, zu dem naheliegenden Schluss kommen, ich würde das Fest der Auferstehung nutzen, um Herrn Moser in den Himmel fahren zu lassen und mit einer neuen Drama-Serie ihre Herzen zu erobern. Ich weiß, meine lieben und treuen Apostel, dass ihr nach meinen Worten dürstet. Dass ein glückseliges Hosianna! aus tausenden Kehlen erschallen würde, sollte ich am Tag der Auferstehung nicht nur das Brot mit euch, sondern auch mein Schweigen brechen.

Allein, ich kann eurem Wunsch, eurem Schrei nach Erlösung (noch) nicht Folge leisten. Ich fühle mich wie die Heilige Dreifaltigkeit von Produzent-Regisseur-Drehbuchautor des World-Blockbusters Game of Thrones, der gezwungen ist, einen ebenso beliebten und erfolgreichen Nachfolger auf den Schirm zu zaubern. Der Erfolgsdruck ist enorm, fast nicht auszuhalten. Darum verkrieche ich mich jetzt in unseren zitronengelben Liegestuhl, schäle ein blaues Ei, breche einem Schokohasen das Genick und notiere mir Ideen für den nächsten Blog in mein schwarzes Blog-Ideen-Büchlein. Und wenn es noch ein paar Wochen oder Monate bis zur Auferstehung dauert, kreuzigt mich bitte nicht gleich. Danke!