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Die Welt braucht mehr Liebe

Unsere umtriebige Arabella hat zur Aktion „Die Welt braucht mehr Liebe“ aufgerufen. Blogger spielen Liebeslieder, denn Musik kann die Welt zum Besseren verändern. Auch Herr Moser möchte diesem Aufruf mit einer kleinen, aber feinen Liebesmelodei Folge leisten:

 

 

Seit vielen Jahren summe und singe ich dieses Liebeslied, beispielsweise wenn meine geliebte Heidi unter Bauchgrimmen leidet und keinen Schlaf findet. Dann nehme ich sie in meine Arme, streichle ihr Apfelshampoo-Haar und singe leise diese Weise. Selig schlummert sie ein… und träumt hoffentlich einen kleinen Traum von mir. Jeder kann die Welt verbessern, wenn er nur bei sich selbst anfängt.

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Herzensangelegenheit

Mein heutiger Beitrag ist einem ganz besonderen Menschen gewidmet: Meiner geliebten Frau Adelheid, der treuen Leserschaft auch als Heidi und „Ach Heidi“ bekannt. Die Mosers feiern nämlich ein privates Jubiläum, das ich zum Anlass nehme, mich in tiefer Liebe und Dankbarkeit zu verneigen.

Heidi, ich habe einst mit einer brennenden Bratpfanne deinen treuen Dackel Joschi ins Jenseits befördert und ich hätte es dir nicht übel genommen, wenn du mich mit selbiger Pfanne gleich hinterher geschickt hättest. Aber du hast den reuigen Unglückswurm hinter der vermeintlichen Teufelsfratze erkannt, und uns eine Chance gegeben. Dafür danke ich dir. Ich danke auch für deine Geduld, es so viele Jahre mit diesem kauzigen Abteilungsleiter einer Fischkonservenfabrik ausgehalten zu haben. Du erträgst all meine Kapriolen, die abstrusen Einfälle, Missgeschicke und haarsträubenden Geschehnisse mit Gelassenheit, manchmal auch nur mit Wut und Tränen, doch stets mit Liebe zu mir. Du sagst, ich sei schrullig – und wenn ich daran denke, wie ich dich mit einem aufgeklebten Schnurrbart in den Supermarkt begleitet habe, um nicht erkannt zu werden, muss ich dir recht geben. Heidi, du tolerierst all meine Ängste und Phobien, meine seltsamen Angewohnheiten, und selbst wenn ich zwei Kilo selbstgepflückte Eierschwammerl an der Tankstelle vergesse oder dir ein singendes Telegramm mit dem umgetexteten Herzbuben-Hit als Heidilein! ins Haus schicke, ist am Ende nach einem Gläschen Gumpoldskirchner alles wieder gut. Und wenn ich in der Fabrik gegen Direktor Pfotenhauer, den verdächtig unverdächtigen Cerny und den Kaffeeautomaten wie gegen Windmühlen kämpfe, weiß ich dich mental an meiner Seite. Dafür danke ich dir.

Ach Heidi, ich liebe dich für deine kleinen, gelben Post-It-Zettel, ich liebe dich für dein ansteckendes Lachen, für deine magischen Kräfte sofort einen Parkplatz zu finden, und sogar die unüberschaubar lange Liste aller Speisen und Zutaten, die du verweigerst, zaubert mir ein verliebtes Lächeln auf die Lippen. Du bist und bleibst die beste Frau Moser auf diesem Planeten. Möge sich daran niemals etwas ändern. Das wünsche ich uns zum heutigen Jubiläum.

Postskriptum: Ab morgen gehen wir gemeinsam rauchfrei durch unseren chaotischen Alltag. Und auch wenn der Nikotinentzug kurzfristig zu Übellaunigkeit und Zickereien führen sollte: Wir lassen uns davon nicht aus der Bahn werfen. Denn die Mosers gehen gemeinsam durch dick und dünn.

Shitwind

Als ich gestern an dieser Stelle die tragischen Umstände enthüllte, unter denen ich die heutige Frau Moser kennenlernte, brach zwar kein Shitstorm, aber doch ein kleiner Shitwind über mich herein. Keine zwei Stunden, nachdem ich publik gemacht hatte, wie ich anno dazumal den Tod von Adelheids Dackel Joschi verursachte (Hot Dog), polterte der Mob mit brennenden Fackeln und Heugabeln an meine virtuelle Haustür und forderte Mosers Kopf.

„Hundemörder!“ und „Dackelkiller!“ wurde ich gescholten, als unsensibler Tölpel, der brennende Bratpfannen durch die Gegend wirft, hingestellt. Die Lesergemeinde schrieb mir entsetzte Mails, ehemalige Freunde und Verwandte brüllten nicht druckreife Forderungen ins Handy. Selbst meine sorgende Schwiegermama Inge verlor kurzfristig die Contenance, als sie die wahren Hintergründe von Joschis Ableben erfuhr. Bisher hatten wir sie im Glauben gelassen, Heidis Dackel sei an Altersschwäche dahingeschieden. Durch zahllose Gerichtsshows gründlich gebrieft, konterte ich mit Einspruch! Es fehlen die Mordmerkmale, daher nur fahrlässige Tötung! Verjährt! Ich plädiere auf Unzurechnungsfähigkeit! Doch das aufgebrachte Volk war auf diesem Ohr taub, selbst mit meiner gütlichsten Richter-Hold-Stimme ließ sich nichts ausrichten. Aber eines wollten sie alle wissen: Warum zum Kuckuck fand die arme Heidi in die Arme des irren Dackelmörders??? Eine Frage, auf die ich selbst keine befriedigende Antwort wusste.

Abends nutzte ich die Gelegenheit und fragte mein liebendes Eheweib zwischen zwei Schlucken Gumpoldskirchner: „Ach Heidi, warum hast du dich damals eigentlich in mich verliebt? In den Henker des alten Joschi?“ „Moser, du hast eine brennende Pfanne aus dem Fenster geschmissen und meinen Dackel in die ewigen Jagdgründe geschickt. Und zwei Minuten später hast du die Chuzpe mich zu fragen, ob ich eine Feuerbestattung wünsche“, lächelte Adelheid weise wissend. „In diesem Moment dachte ich, du bist ein Riesendepp – aber ein sehr liebenswerter. Und du hast ein gutes Herz. Ich habe recht behalten.“

Herr und Frau Moser küssen sich innig, ein bombastisches Streichorchester geigt sich in höchsten Tönen zum Finale. Abblende.

The Happy End.

Illustration: literaryfictions.com

Zentralfriedhof

Wie sich der fantasiebegabte Leser vorzustellen vermag, war ich nach den Stockholmer Wochen punkto heimatlichen fleischlichen Genüssen schwerst auf Entzug – und damit meine ich nicht nur den Leberkäse. Auch meine treue Gattin Adelheid hatte mich in so mancher langen, einsamen Nacht auf das Schmerzlichste vermisst, und mit tränenerstickter Stimme „Ach Moser“ ins Kissen gehaucht.

Nachdem diese Qual nun ein Ende hatte und der Leberkäs verspeist war, wollte ich mich mit Heidi ein wenig vergnügen. Da sie ein Mensch mit ausgeprägtem Hang zur Romantik ist, entzündeten wir alle verfügbaren Duftkerzen (6 Stk. Vanille), strichen uns zärtlich durchs Haar und beobachteten verträumt die pittoresken Schattenspiele von Herrn und Frau Moser an der lindgrün getünchten Wand. „Soll ich ein bisschen Musik machen?“ frug sie rhetorisch und tastete in Richtung unseres Radioempfängers, der seit vielen Jahren auf dem Nussholz-Nachttisch seinen Dienst versieht und unsere Liebe mit sanften Klängen untermalt. „Aber ja“ krächzte ich erwartungsvoll mit aufgeregt belegter Stimme. Doch anstatt von Whiney Houston, Eros Ramazotti oder Julio Iglesias röhrte der von mir früher sehr geschätzte Wolfgang Ambros seinen Uralt-Hit „Es lebe der Zentralfriedhof“ in unser Schlafgemach.

In unserer Unterwäsche wurde es still wie auf besungenem Zentralfriedhof. Aber spätestens bei der Zeile

„… der Moser singts Fiakerliad

und die Schrammeln spün an Woiza…“

bebte die rot geblümte Bettdecke. Auch Lachen kann befreiend wirken.

Schwedenrätsel

Meine angetraute Adelheid ist ja der Meinung, dass man freie Zeit vertreiben muss. Also schmuggelte sie mir zwischen bügelfreie Geschäftshemden und feingerippte Unterwäsche ein Rätselheft ins Reisegepäck. Passenderweise ein Schwedenrätsel. Trotz intensiver Recherche im sonst so allwissenden Internet ist es mir nicht gelungen herauszufinden, warum diese Form des Kreuzworträtsels den titelgebenden „Schweden“ im Namen trägt. Sachdienliche Hinweise bitte an herrmoser@gmx.net

Gestern Abend nach getaner und aufreibender Arbeit im schwedischen Fischwerk,  wagte ich mich mangels Alternative (die österreichischen Olympioniken hatten in Rio und TV unbelohnterweise wieder ihr Bestes gegeben) zum Zeitvertreib über die waag- und senkrechten Suchbegriffe. Der Vorname des von mir geschätzten Musikers Clapton kostete mich ein müdes Lächeln (Eric), ebenso die Sutane als Priestergewand, auch die Tonnage als Rauminhalt eines Schiffes brachte mich nicht zum Schwitzen. Dann, als hätte es Frau Moser geahnt und mir ein Zeichen geschickt, tauchte die Frage nach einer bekannten Kinderbuchfigur der Autorin J. Spyri auf. Und schon waren meine Gedanken wieder bei Heidi. An ihrer Seite aber diesmal nicht der Ziegenpeter, sondern ihr Herr Moser.

Venus und Mars

Meine geliebte Adelheid, die seit knapp 20 Jahren mein Abteilungsleiterleben treu begleitet und in zärtlichen Momenten von mir auch gerne „Ach Heidi“ genannt wird, ist kein streitsamer Mensch. Gemeinsam versuchen wir, unser beschauliches Glück im Reihenhäuschen zu hüten und zu verwalten, Streit und Zwistigkeiten so gut wie nur irgend möglich zu vermeiden. Da wir beide stark vermuten, dass uns auf dieser Erde nur ein (in Worten: 1) Leben geschenkt wird, halten wir es für vergeudete Lebenszeit, sich gegenseitig mit unflätigen Schimpfwörtern oder blumig lackierten Suppentellern zu bewerfen. Weil wir aber beide Menschenkinder und damit nicht frei von Fehlern und Fehltritten sind,  wird auch unser Reihenhaus fallweise zum Glashaus, wo die Steine tief fliegen.

Ein Beispiel möge dem geneigten Leser verdeutlichen, wie banal Anlässe für zwischenmenschliche Differenzen und wie unterschiedlich Auffassungen sein können. Anfang Juli bedachte mich Frau Moser unvermittelt mit einem vorwurfsvollen Blick und verfiel in melancholisches Schweigen. Geschult in derartigen Situationen ergriff ich die angetraute Schulter und wollte die Ursache für ihr stillgelegtes Mundwerk erfahren. Sie hätte Hilfe bei der Versorgung ihrer fußmaroden und  frisch operierten Frau Mama gebraucht und ich hätte nicht mal mit der Wimper gezuckt. „Aber du hast kein Wort gesagt!“ konterte ich fassungslos. „Ich hätte deine Hilfe eh nicht angenommen, du hast genug um die Ohren…“ schluchzte meine Frau von der Venus. „Aber du hättest mir deine Unterstützung wenigstens anbieten sollen.“ Schlagfertig erwiderte ich als gelernter Marsianer: „???“

Und verwichenen Samstag lag ich gegen 22 Uhr bereits in der ehelichen Bettstatt, studierte Dillsaucen-Rezepturen und ein launiges Büchlein über schwedische Bräuche, als Frau Moser nach Pfirsich duftend und in den Achselhöhlen frisch rasiert, unter meine Decke schlüpfte. Sie gurrte wie ein verliebtes Täubchen, doch ich war gedanklich im hohen Norden bei den Heringen und setzte zu einem Vortrag über eingelegte Fische und innovative Marinaden an. Adelheid starrte mich entsetzt an, raffte ihren Polster an sich und entfleuchte schnaubend und feuchten Schrittes unserem Schlafgemach. „Mit Fenchelsamen!!!“ rief ich Adelheid hinterher. Aber es war zu spät, Frauen können so sensibel sein. Die Hochzeitswerkzeuge blieben in dieser Nacht verpackt und unbenützt.