Wechselbad der Gefühle

Am gestrigen Sonntag saß ich pünktlich um 8:55 vor dem Fernseher, um die Übertragung des 34. Vienna City Marathon zu verfolgen. Ich gebe zu, dass sportliches Interesse dabei eine sehr untergeordnete Rolle spielte. Vielmehr versuchte ich, meinen Bürokollegen Cerny in dem Menschengewühl aus knapp 43.000 Läufern zu entdecken. Ich hatte mir dazu sogar unseren kleinen Operngucker zurechtgelegt, der uns schon bei so manchem Theater- und Musicalbesuch gute Dienste geleistet hatte. Leider vergeblich. Die Kameraleute des ORF hatten offenbar kein Interesse am ehrgeizigen Vertriebsassistenten einer Fischkonservenfabrik, der nach acht Monaten Lauftraining sein Debüt bei diesem Langstrecken-Event geben wollte.

Ich war daher heute mehr als gespannt auf Cernys Erfahrungsbericht. Schlag halb Neun traf mein Kollege im Büro ein – und schlich, nein humpelte zu seinem Schreibtisch. „Nanu?“ frug ich mit gespieltem Bedauern. „Muskelkater?“ „Nicht nur“, antwortete Cerny und ließ sich in seinen Drehstuhl fallen. „Wie ist es gelaufen?“ konnte ich mir das Wortspiel nicht verkneifen. „Muskelkrämpfe bei Kilometer 28. Ich musste aufgeben.“ Er sprach diese bedeutungsschwangeren Sätze in einem Gestern-ist-mein-Kater-gestorben-Tonfall aus.  „Oh, das tut mir leid“ sagte ich und stellte mit Erschrecken fest, dass ich es ehrlich meinte. Er hatte letzte Woche noch so optimistisch und motiviert geklungen, hatte sich ein Ziel gesetzt, trainiert und es zumindest versucht. Und auch wenn Dr. Jonas Cerny nicht gerade zu meinen Lebensmenschen zählt, das rang mir doch einen gewissen Respekt ab. „Naja, nächstes Jahr vielleicht“ seufzte er und entschuppte mit ein paar geübten Handgriffen die Schultern seines Sakkos.

Den Vormittag verbrachten wir zumeist schweigend, vertieft in unsere E-Mails und Excel-Tabellen. Als es Zeit für den Mittagstisch war, fragte ich den verdächtig Unverdächtigen: „Kommen Sie mit in die Kantine? Erzählen Sie mir ein bisschen vom Marathon. Heute gibt es Spaghetti Bolognese.“ Der arme Kerl brauchte eine Schulter zum Ausweinen, das war offensichtlich und man ist ja kein Unmensch. Cerny und seine schmerzenden Beine benötigten zum Aufstieg in die Kantine im 3. Stock die Hilfe des Aufzugs; ich entschied mich aufgrund des traumatischen Erlebnisses vom letzten Freitag für das Treppenhaus.

Während der Kollege auf die Ankunft von Otis wartete, sprintete ich los – in Cerny-Manier zwei Stufen auf einmal nehmend. Schließlich wollte ich nicht als unsportliches Weichei dastehen. Leider ist Herr Moser aber ein unsportliches Weichei, und noch ehe ich außer Atem geraten konnte, strauchelte ich und verknackste mir den rechten Knöchel. Als ich leise jammernd auf den Stufen saß und meine geringfügige Schwellung untersuchte, kam unsere Reinigungsfachfrau aus der Ukraine vorbei. Entsetzt rief Editha bei meinem Anblick: „Emergency Room? Moser nach Schwarzwaldklinik? Klinik am Südring?“ Tapfer winkte ich ab: „Nein, danke Editha. Ist nur verstaucht. Geht schon.“ Die brave Frau half mir hoch und geleitete mich stützend bis in den dritten Stock. Am Eingang zur Kantine frug sie zur Sicherheit noch einmal: „Dr. House? Greys Anatomy?“ Ich schüttelte mit zusammengebissenen Zähnen den Kopf und Editha entließ mich mit einem aufmunternden Schulterklaps in den Speisesaal.

Cerny hatte sich bereits an einem Tisch niedergelassen und wickelte Nudeln auf seine Gabel. Als er mich humpelnd zur Tür hereinkommen sah, rief er: „Nanu? Muskelkater von zwei Etagen?“ Mein Respekt und Mitleid für ihn schwanden schlagartig. „Nur ein verstauchter Knöchel. Ich war wohl zu stürmisch unterwegs“ murmelte ich. „Soll ich Ihnen einen Teller Spaghetti holen?“ deutete mein Kollege mit dem Kopf Richtung Essensausgabe. Verdammt Cerny! Warum kann dieser Kerl nicht einfach nur unausstehlich sein??

Illustration: Runnersworld.com

Heute schon gerubbelt?

Ob Preisausschreiben, Gewinnspiele, Rubbellose, Tombola oder Lotto – noch nie war mir Glücksgöttin Fortuna hold. Ich bin der geborene Leider-Nein-Typ mit der Niete. Aber das ist ein Schicksal, das ich mit den meisten Menschen teile und mit dem ich mich bedauernd abgefunden habe. Nun scheint sich das Blatt zu wenden und Herr Moser ist nicht länger das Stiefkind des Glücks. Doch der Reihe nach:

Jüngst nahm ich am Zuseher-Gewinnspiel der Literatursendung erLesen des ORF Kulturkanals teil. Die Frage nach einem 1859 in Edinburgh geborenen Schriftsteller und seiner weltberühmten Romanfigur kostete mir nur ein müdes Lächeln, und dennoch sandte ich die Lösung Sir Arthur Conan Doyle und Sherlock Holmes ohne jede Hoffnung an die angegebene E-Mail-Adresse des ORF. Und das Wunder geschah: Eine Woche später erhielt ich per Post den ausgelobten Druck des österreichischen Malers Oskar Stocker, begleitet von einer handgeschriebenen Karte der Redaktion, die mich zum Gewinn beglückwünschte. Tags darauf bemerkte ich auf Facebook die Meldung des Buch-Cafés Phil, wonach sich der 20.000ste, der den virtuellen Daumen zum Like erhebt, über eine Flasche Sekt freuen darf. 19.998 User hatten dies bereits getan. Ich warf mich in die Bresche, gab den 19.999sten Klick ab und schrieb: Sieger der Herzen! Via Messenger erhielt ich wenige Stunden später die Nachricht: Herzlichen Glückwunsch! Du hast eine Flasche Sekt im Phil gewonnen! Zufall? Ausgleichende Gerechtigkeit für jahrzehntelanges Pech im Glücksspiel?

Da mich mein fürsorgliches Weib Heidi nach dem dramatischen Zwischenfall im Aufzug so liebevoll mit Fischstäbchen und tröstenden Worten aufgefangen hatte, besorgte ich gestern Vormittag einen Strauß roter Tulpen für sie. Außerdem befand ich, dass ich meine aktuelle Glückssträhne ausnützen sollte, und nahm aus der Trafik noch ein Rubbellos mit. Wer weiß? Daheim überreichte ich Adelheid den floralen Liebesgruß und flüsterte ihr den Werbespruch der Österreichischen Lotterien ins Ohr: „Heute schon gerubbelt?“  Ihre Wangen leuchteten in dezentem Rot auf und empört rief sie: „Moser, du Schlimmer! Was denkst du von mir?? Wir haben ein erfülltes Liebesleben, da werde ich doch nicht rubbeln!“ „Wie der Schelm denkt, so ist er“, lachte ich und klärte das erotische Missverständnis mit der Übergabe des Loses auf. Ihre Bäckchen waren noch immer ein wenig gerötet, als sie mit einer Münze die Lucky Fruits freilegte.

Liebe Leute, was soll ich euch sagen? Unter der Kunststoffbeschichtung förderte Heidi einen Gewinn von sage und schreibe zwanzig (in Worten: 20) Euro zutage! Jubelnd fielen wir uns in die Arme. Fortuna hat mich endlich adoptiert! Wir setzten uns an den Tisch und beratschlagten, was wir mit dem unverhofften Reichtum anfangen sollten. Spenden? Autowäsche mit Wachsversiegelung? Investition in einen Lottoschein? Dann hatte Heidi die Eingebung: „Heiße Liebe bei Bertolini!“ „Vor allen Leuten im Eissalon?“ frug ich mit gespielter Unschuld. „Erst Vanilleeis mit heißen Himbeeren“, entgegnete meine Liebste, „danach zu Hause vielleicht…“

Glück im Spiel und Glück in der Liebe! Läuft bei mir.

Bild: Österr. Lotterien

Die Welt braucht mehr Liebe

Unsere umtriebige Arabella hat zur Aktion „Die Welt braucht mehr Liebe“ aufgerufen. Blogger spielen Liebeslieder, denn Musik kann die Welt zum Besseren verändern. Auch Herr Moser möchte diesem Aufruf mit einer kleinen, aber feinen Liebesmelodei Folge leisten:

 

 

Seit vielen Jahren summe und singe ich dieses Liebeslied, beispielsweise wenn meine geliebte Heidi unter Bauchgrimmen leidet und keinen Schlaf findet. Dann nehme ich sie in meine Arme, streichle ihr Apfelshampoo-Haar und singe leise diese Weise. Selig schlummert sie ein… und träumt hoffentlich einen kleinen Traum von mir. Jeder kann die Welt verbessern, wenn er nur bei sich selbst anfängt.

Fahrstuhl des Grauens

Wie an jedem Freitag stand auch heute Gebackenes Fischfilet mit Sauce Tartar und Kartoffelsalat auf dem Menüplan unserer Kantine. Darauf freute ich mich schon den ganzen Vormittag, musste ich doch das Frühstück aus Zeitgründen ausfallen lassen. Ich hatte bereits um 8:00 morgens einen Termin mit dem Produktionsleiter und war spät dran.

Um 12:03 versetzte ich meinen Computer in den Ruhestand und machte mich auf den Weg zur Ausspeisung im dritten Stock. Leider verspürte auch Kollege Cerny Appetit auf saftig-knusprigen Fisch und ließ es sich nicht nehmen, mich zu begleiten. Gottlob wurde gestern unser defekter Aufzug von den fleißigen OTIS-Leuten wieder instand gesetzt, sodass wir uns vor dem Essen nicht der unnötigen Anstrengung des Treppensteigens unterziehen mussten. Ich drückte das Knöpfchen mit der 3, die Tür schloss vollautomatisch und der Lift setzte sich langsam in Bewegung. Gerade als ich überlegte, ob ich als Appetizer vorher noch eine Leberknödelsuppe nehmen sollte, begann der Fahrstuhl seltsam zu rumpeln und hielt plötzlich mit einem heftigen Ruck an. Einfach so. Hilflos sah ich Cerny an, der zuckte aber nur mit den Schultern. Gefangen zwischen zweiter und dritter Etage! Panik kroch in mir hoch. „Das gibt es doch nicht“, flüsterte ich mit erstickter Stimme. „Die Aufzugsmonteure haben ihn doch erst gestern repariert!“

Leider bin ich mit zahlreichen Phobien geschlagen, und Klaustrophobie rangiert weit oben, gleich zwischen Akrophobie und Ornithophobie. Ohne Fluchtmöglichkeit eingesperrt auf 2,5 Quadratmetern, wobei die Gegenwart Cernys noch verschärfend hinzukam! Ich spürte, wie sich mein hellblaues Hemd unter den Achseln dunkel zu verfärben begann. Hektisch drückte ich alle Knöpfe, die mir unter die zitternden Finger kamen. „Was machen Sie da?“ frug mein Kollege mit stoischer Ruhe. Ich rief: „Bei Versagen Knopf drücken!!!“ Ich bin in den 60er und 70er Jahren aufgewachsen – zu einer Zeit, als auf jedem Automaten das Schild Bei Versagen bitte Knopf drücken angebracht war. Egal ob Kaugummi-, Zigaretten-, Kondom- oder Fahrschein-Automat: Die Lösung aller Probleme hieß stets „Bei Versagen Knopf drücken“. Das konditioniert. Jetzt hatte der verdammte Lift versagt und ich drückte wie wild alle Knöpfe zwischen K, EG und 6. Nichts geschah. Gelassen betätigte Cerny die Notruftaste, die mir in der Aufregung verborgen geblieben war. Dankbar tätschelte ich ihm den Rücken, doch nichts geschah. Aus dem Lautsprecher kam nur undefinierbares Knarzen. „Diese Schweine!“ schrie ich mir meine Angst von der Seele und meinte damit die Otis-Monteure, die ich kurz zuvor noch als Wundertäter verehrt hatte. „Mörder!“ trommelte ich mit beiden Fäusten gegen die Wandverkleidung. „Beruhigen Sie sich, Moser“, sagte mein Kollege und zückte sein Handy. „Wen rufen Sie an? Polizei? Feuerwehr?“ „Den alten Swoboda“ antwortete Cerny. Hubert Swoboda ist unser Pförtner. Er geht im Sommer in Pension und ist schon etwas schwerhörig.

Nach einem fünfminütigen Schreiduell hatte Jonas Cerny dem alten Swoboda unsere missliche Lage klargemacht. „Hilfe ist unterwegs“, beruhigte mich mein Leidensgenosse, „jetzt heißt es warten.“ Seufzend ließ ich mich zu Boden gleiten und tippte eine WhatsApp an Heidi: Bin gefangen! Es kann später werden, warte nicht mit dem Essen. Mfg Moser  Auf ihre Nachfrage, was denn los sei, antwortete ich: Jetzt nicht. Der Sauerstoff wird knapp. Ich liebe dich! Vergiss mich nicht, LG (Letzte Grüße) Moser.

Rund zweieinhalb Stunden später, ich war am Verhungern und bereits völlig dehydriert, hörten wir laute Stimmen und Klopfen. Die Kavallerie war rechtzeitig eingetroffen. Endlose Minuten später setzte sich der Aufzug wieder ruckelnd in Bewegung und wir landeten sicher im dritten Stock. Ich küsste den Fahrstuhlboden, fiel dem nächstbesten Mechaniker um den Hals, krächzte „Danke“ und schleppte mich mit letzter Kraft zur Kantine.

„Menü 1, den Fisch bitte, und einen Liter Apfelsaft aufgespritzt“ orderte ich bei Hilfsköchin Dragica. Sie deutete auf die große Wanduhr, die 14:56 zeigte, und bedauerte, aber „Küche ist nur bis halb drei“. Jetzt blieb in meiner Not nur noch eines – ich rief Heidi an: „Hör zu mein Schatz, und stell keine Fragen. Tu einfach was ich dir sage. Hol sofort die Fischstäbchen aus dem Tiefkühler und schalte die Fritteuse ein.  Bei Versagen bitte Knopf drücken. In einer halben Stunde bin ich da.“

AM ENDE

Aufwärts

Als ich heute pünktlich um 8:30 die Empfangshalle des stattlichen Fischfabrikgebäudes betrat, eilte mir bereits unsere ukrainische Putzdame Editha besenschwingend entgegen. „Chör mal, wer da hämmert!“ rief sie in ihrem besten Fernseh- und Radiodeutsch. Tatsächlich. Die Aufzugsmonteure hatten Wort gehalten und waren zur Reparatur des defekten Lifts erschienen. Heutzutage keine Selbstverständlichkeit. Ich sah zwei Blaumänner im Schacht herumturnen und mit fachmännisch ölverschmierten Händen an dicken Seilen und riesigen Zahnrädern hantieren. „Wir sind gerettet!“ sagte ich zu Editha und drückte meine Aktentasche, mich selig wiegend, an die Brust. „Wege zum Glick!“ bestätigte sie. Wir sahen den braven Handwerkern ein wenig bei der Arbeit zu, und feuerten sie mit motivierenden Worten an: „Hoppauf! Bravo! Weiter so!“ Schließlich kam sogar noch ein Lehrling hinzu, der den Monteuren das erforderliche Werkzeug reichte. „Two and a half Men“ nickte Editha anerkennend.

„Wie lange wird es denn noch dauern? Nur so ungefähr“, wollte ich wissen. Aus dem Dunkel des Schachtes tauchten zwei Augen auf und der zugehörige Mund bellte wienerisch: „Zauban kema ned!“ (Wir sind der Zauberei nicht mächtig!) „Nein, nein“ beschwichtigte ich die fleißigen Aufzugsexperten. „Aber wenn es nur eine halbe Stunde dauert, würde ich inzwischen in die Kantine auf einen Kaffee…“ „Host ned ghert, Oida? (Haben Sie mich nicht verstanden, Herr Abteilungsleiter?) Des dauert.“ Auf der Brusttasche seiner Arbeitsjacke war das Firmenlogo OTIS aufgenäht. „Editha“, wandte ich mich an unsere Reinigungsfachkraft, „wussten Sie eigentlich, dass wir diese traumhafte, energiesparende Erfindung einem gewissen Herrn Elisha Graves Otis verdanken? Er präsentierte im Jahr 1853 seinen absturzsicheren Personenaufzug erstmals der Öffentlichkeit. Danach trat der Fahrstuhl den Siegeszug um die Welt an…“ Die Perle aus der Ukraine verstand wohl nur Bahnhof, sah mich fragend an und verlangte in Glücksrad-Manier: „Ich kaufe A wie Aufzug!“ Damit konnte ich nicht dienen und Editha zog mit den Worten „Jetzt Werbung. Dann Frihstickspause.“ von dannen. Sie pfiff „Love lift me up where we belong“ von Joe Cocker und ich vermute, sie steuerte die Herrentoilette an, um zur Feier des Tages einen Joint durchzuziehen.

Ich musste einsehen, dass die Reparatur wohl noch ein paar Stunden in Anspruch nehmen würde, und machte mich seufzend über die Treppe auf den Weg in mein Büro im 1. Stock. Auf halbem Weg sprintete Dr. Cerny an mir vorbei, großspurig zwei Stufen auf einmal nehmend. „Guten Morgen Moser!“ rief er, kein bisschen außer Atem. Hat wohl unterm Tarzan-Poster geschlafen, der alte Angeber.

Marathon

Die anstrengenden Osterferien, geprägt von Gartenarbeit, einem verregneten Kurzurlaub und einem familiären Gelage, sind vorüber. Der Arbeitsalltag hat mich wieder, und so fuhr ich heute Morgen bei dichtem Schneetreiben knapp über dem Gefrierpunkt in meine berufliche Heimat – die Fischkonservenfabrik. Im Büro erwartete mich ein äußerst selbstzufrieden grinsender Cerny: „Hallo Herr Moser, da sind wir also wieder! Zurück im guten alten Bergwerk. Osterfeiertage gut überstanden?“ „Danke der Nachfrage lieber Doktor Cerny“, erwiderte ich. „Wir haben es uns in den Tiroler Alpen gut gehen lassen, tolles Hotel mit Schwimmbad und Sauna. Famos!“ Dass es fast durchgängig regnete und wir ein DZ/Du in einer rustikalen Familienpension (ohne Pool und Wellness) belegt hatten, verschwieg ich geflissentlich. Cerny muss nicht alles wissen, schon gar nicht über unser Privatleben. Höflich fragte ich nach: „Und Sie? Ich habe gehört, Sie waren am elterlichen Bauernhof?“ „Ja, herrliche Gegend. Ideal zum Trainieren!“ Ich wurde hellhörig: „Trainieren? Was trainieren Sie denn, wenn ich fragen darf?“ „Am kommenden Wochenende findet der Vienna City Marathon statt!“ verkündete mein Kollege. „Ach, Sie meinen diese Veranstaltung, wo wieder die halbe Stadt für den Autoverkehr gesperrt ist und tausende Möchtegern-Nurmis drei Äthiopern und zwei Kenianern hinterher rennen?“ frug ich rhetorisch und achselzuckend.

Wie sich in meiner Blog-Gefolgschaft sicherlich schon herumgesprochen hat, zählt Herr Moser nicht zu den Sportskanonen dieser Welt. Selbst das moderate Nordic-Walking-Programm, das uns Heidi auferlegt hat, konnte ich bisher erfolgreich schwänzen. Sie wissen schon: Wetter, Wolkenbruch, Urlaub im Westen, Familienfeiern und dergleichen höhere Gewalt mehr. Cerny ignorierte mein Desinteresse am Marathonlauf und mit stolzgeschwellter Brust platzte es aus ihm heraus: „Ich habe acht Monate lang trainiert, ich bin fit und werde zum ersten Mal am City Marathon teilnehmen!!“ Ich schraubte den Deckel meiner Thermoskanne ab und meinte kopfschüttelnd: „Weil vor 2.500 Jahren im alten Griechenland ein Bote von Marathon nach Athen gelaufen ist, um den Sieg einer Schlacht gegen die Perser zu verkünden und anschließend tot umfiel, rennen Sie 42 km nonstop durch die Stadt? Die menschliche Vernunft kann hier nicht der Antrieb sein, also warum?“

„Sie dürfen das nicht so pragmatisch sehen, werter Moser“, ereiferte sich Cerny und schnipste ein paar Schuppen von den Schultern seines Sakkos. „Es ist einfach ein erhebendes Gefühl, sich zu überwinden, ein Ziel zu erreichen. Der Geist triumphiert über den Körper. Man fühlt sich groß, rein…“ „Sie fühlen sich nach 42 Kilometern Schinderei groß und rein?“ unterbrach ich ihn, „Also quasi wie ein gewaschener Elefant?“ Cerny blickte mich stirnrunzelnd an: „Ich meine seelisch, diese Glücksgefühle!“ „Sie meinen die Glücksgefühle, wenn die Läufer wie angeschossene Giraffen ins Ziel stolpern, zusammenbrechen und ihre Elektrolyt-Getränke erbrechen? Diese Glücksgefühle?“ „Sie haben ja keine Ahnung, Moser. Und ein bisschen Sport würde Ihnen auch ganz gut tun“ meinte er mit einem verächtlichen Blick auf mein geringfügiges Wohlstandsbäuchlein. „Ich werde mir das historische Ereignis daheim im Fernsehen anschauen“, gab ich zurück. „Vielleicht entdecke ich Sie ja irgendwo zwischen den 45.000 Verrückten.“

Am Nachmittag fiel der Lift aus und ich musste vier Stockwerke zu Fuß bewältigen, um in Direktor Pfotenhauers Büro zu gelangen. Oben angekommen pfiff ich aus allen Löchern und meine Oberschenkel schmerzten. „Vielleicht sollte ich doch etwas für meine Kondition tun“, dachte ich für eine Sekunde. Dann sah ich aus dem Fenster, wo heftige Sturmböen Schnee- und Graupelschauer vor sich hertrieben. „Aber es soll einfach nicht sein“, murmelte ich. „Ich würde ja wollen, aber bei dem Wetter?“

Osterpassion

Nachdem ich mit Heidi ein paar verregnete Tage im Komfortzimmer mit Dusche einer Pension im westlichen Tirol verbracht hatte, um Ostern ein Schnippchen zu schlagen, reisten wir am Ostersonntag Abend wieder heim nach Osten in unser gemütliches Reihenhäuschen. Wie dem einen oder anderen Leser vielleicht noch erinnerlich, wollten wir am feiertägigen Montag einige Auserwählte zum Osterbrunch laden. Leider machte uns der launische April  mit einem Wechselbad aus Wolkenbruch & Sonnenschein einen Strich durch das geplante Motto „Ostern war gestern, heute ist Western! Die Mosers laden zum Western-Brunch in ihren Saloon! Mit Texas-Burgern, Speckbohnen-Westernpfanne und Spareribs Western Style vom Grill“. Wir ließen den Grill im Regen stehen und aktivierten Plan B: Ein klassisches Osterbuffet mit allem, was Kreuzigung, Auferstehung und Tradition zu bieten haben.

Glücklicherweise nahm Heidi mein Versprechen, das Küchenzepter in Alleinregie schwingen zu wollen, nicht wörtlich und unterstützte mich nach Leibeskräften. Sie buk einen mit Hagelzucker bestreuten Osterstriezel, Osterpinzen und einen Waldviertler Karottenkuchen, zu dessen Dekoration ich aus Marzipan und Lebensmittelfarbe kleine Möhrchen fabrizieren sollte. Wie eine Zählung nach 45 Minuten ergab, hatte ich exakt 18 Stück geschafft, was für mich als Konditorlehrling einen neuen Rekord darstellte. Die kleinen Marzipankarotten, die ich als alter Wortkünstler auf den Namen Marotten getauft hatte (ein sogenanntes Kofferwort aus Marzipan und Karotten), wirkten etwas verschrumpelt und schmutzig, also richtig biologisch. Ich war sehr stolz auf mein Werk. Anschließend durfte ich noch hartgekochte Eier in allen Regenbogenfarben anmalen, die Käseplatte mit Weintrauben und Nüssen dekorieren, sowie Heidis hausgemachte Marillen- und Erdbeermarmelade in kleine, appetitliche Schälchen umfüllen.

Pünktlich um 11:00 standen unsere Gäste im strömenden Regen vor der Haustür. Unsere Freunde Elsbeth und Raoul hatten von höchster Stelle  geweihten Schinken und gesegnetes Brot mitgebracht, süßen Senf und handgeriebenen Kren inklusive. Heidis Schwester Babsi überreichte ein Tablett mit kleinen Lauch-Zwiebel-Speck-Blätterteig-Kunstwerken, ihre Mutter Inge hatte – nebst schokoladigen Hasen und Eiern für Luki – eine bemalte Steinfigur namens Sorgenfresserchen für die Mosers im Ostergepäck. Die Freude war groß, zielsicher fischte Luki den im Nest versteckten Geldschein hervor und vertiefte sich in sein Smartphone. Nachdem meine fleißige Heidi alle mit Kaffee und Säften versorgt hatte, konnte das große Fressen beginnen.

Zwei Stunden später hingen wir ermattet in den Seilen. Alle hatten ihr Bestes gegeben, um das Ende der Fastenzeit würdig zu begehen. Doch ehe sich die  aufkeimende Müdigkeit breit machen konnte, machte Schwiegermama Inge, befeuert von zwei Stamperln Eierlikör, einen Vorschlag: „Singen wir doch gemeinsam ein Osterlied!“ Wir zermarterten uns die Köpfe, kratzten uns nachdenklich die vollen Bäuche, doch ein spezielles Osterlied wollte niemandem einfallen. Schließlich stimmte Raoul zaghaft einen kirchlichen Choral an: Gelobt sei Gott im höchsten Thron samt seinem eingebornen Sohn, der für uns hat genug getan. Halleluja, Halleluja, Halleluja! Leider kannte niemand sonst diesen Song, Luki stöpselte sich die Ohren umgehend mit Kopfhörern zu, und Raouls Bemühungen verliefen nach wenigen Takten im Sand. Inge und Babsi versuchten sich noch an einer zweistimmigen Version von Amazing Grace, doch auch dabei wollte keine rechte Stimmung aufkommen. Es war Zeit für mich, die Sache in die Hand zu nehmen.

Ich besann mich der epochalen Rockoper Jesus Christ Superstar, welche die letzten Tage Jesu bis zur Kreuzigung thematisiert. Was lag also näher, als ein Stück aus diesem Welterfolg darzubieten? Ich habe dieses Musical wohl an die hundert Mal im Theater, Kino, Fernsehen und auf DVD gesehen und gehört, und bin darin überaus textsicher. Ich entschied mich für die Nummer I only want to say, in der Jesus im Garten Gethsemane seinen Vater verzweifelt beschwört, er möge diesen Kelch an ihm vorüberziehen lassen. In einem stillen Moment, als unsere Ostergesellschaft gegen aufsteigende Bäuerchen kämpfte und bunte Eierschalen zwischen den Fingern zerrieb, fing ich leise zu singen an:

 I only want to say

If there is a way

Take this cup away from me

For I dont want to taste ist poison…

Alle Augen waren auf mich gerichtet, ich begann mich in die Rolle einzufühlen. Leidenschaftlich und voller Inbrunst klagte ich Gottvater mit ineinander verschlungenen Gebetsfingern mein Leid:

Why, why should I die?

Oh why should I die?

You let them hate me, hit me, hurt me

Nail me to their tree…

Herr Moser wurde im Verlauf des Liedes immer mehr zu Jesus Christ Superstar himself, ich war in meinem Element. Auf meinen Schläfen bildeten sich glitzernde Schweißperlen und ich blickte gepeinigt nach oben auf unsere Wohnzimmerdecke, um meiner Performance mehr Ausdruck zu verleihen. Ich bot all mein Gesangskünste auf und versemmelte in den hohen Passagen treffsicher jeden Ton. Ich bin der Meinung, der Wille steht für das Werk. Erschöpft und verausgabt ließ ich mich nach der letzten Zeile Kill me, take me now – before I change my mind!  in den Stuhl fallen und schloss die Augen. Und als hätte der Allmächtige höchstpersönlich Regie geführt, brach zwischen den dunklen Regenwolken die Sonne hervor. Eigentlich hatte ich an dieser Stelle aufbrandenden Applaus und Jubelrufe erwartet, doch es blieb merkwürdig still.

Ob der Ernsthaftigkeit des Themas deutete ich es als ergriffenes Schweigen. Heidi nannte es später peinlich berührtes Schweigen. Schwiegermama Inge kippte sich noch einen Eierlikör hinter die Binde und meinte: „So, es ist schon spät. Aufbruch!“ Erfreut sprang Luki auf und jubelte: „Nice!“

Stockeinsatz

Gestern berichtete ich von den Moser´schen Plänen, das allgegenwärtige Ostern zu boykottieren und mit einem Kurzurlaub im Westen ein Statement zu setzen. Auch meine treue Leserschaft war von diesem kreativen Projekt höchst angetan und unterstützte mich mit weiteren Vorschlägen zum Thema Westen & Western. Dafür nochmals ein freundliches Dankeschön!

Leider schien ausgerechnet mein treues Eheweib Adelheid das von mir bis ins kleinste ausgetüftelte Konzept nicht ganz verstanden zu haben. Gestern Abend legten wir eine kleine Checkliste an, um für unsere Reise mit der Westbahn nach Westendorf bestens gerüstet zu sein. Eben hatte ich Westside Story DVD auf den Zettel geschrieben, als Heidi plötzlich und ohne jeden ersichtlichen Grund frug: „Nehmen wir die Nordic Walking Stöcke mit? Ein bisschen Sport in den Tiroler Bergen?“ Mir fiel vor Schreck der Kugelschreiber aus der Hand. „Wiiieee bitte? Heidi, das ist hoffentlich nicht dein Ernst!“ entsetzte ich mich. „Willst du unsere ausgefeilten westlichen Pläne mit nordischem Sportgerät untergraben? Nordisch?!! Nordic Walking im Westen? Und das zu Ostern?“ Adelheid sah mich verständnislos an als ich mich echauffierte: „Was kommt als nächstes? Nehmen wir vielleicht auch eine Flasche Southern Comfort Likör mit? Oder eine South Park DVD? Bedienen wir jetzt alle Himmelsrichtungen oder was?“ Heidi schüttelte den Kopf und seufzte: „Moser, Moser…“.

Letztlich konnte sie sich meinen Argumenten nicht widersetzen und die Nordic Walking Stöcke bleiben daheim im Keller. Sie haben auf einer Osterreise unter dem Motto „Westen und Western“ nichts zu suchen. Einem geruhsamen, sportlosen Baumeln der Seele in Westösterreich steht also nichts im Wege. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Manchmal bin ich richtig stolz auf mich, wie treu und eisern ich an meinen Prinzipien festhalte.

Ostern & Western

Die Fischkonservenfabrik ist verwaist, die halbe Belegschaft macht Urlaub von unserem schuppigen Geschäft. Direktor Pfotenhauer und seine Gemahlin, meine künftige Marketingdirektorin, machen mit ihrem Segelboot die Küste vor Kroatien unsicher; der verdächtig unverdächtige Kollege Cerny lässt es sich mit seiner Freundin am elterlichen Bauernhof in Oberösterreich gut gehen. Die Maschinen in den Produktionshallen laufen mit halber Kraft, aus den Büros ist vereinzelt ein leises Schnarchen zu hören. Nur unsere Reinigungsfachfrau Editha schlurft mit ihrem Wischmopp und verdächtig geröteten Äuglein durch die Gänge und grinst. Osterwoche – und ich muss noch bis einschließlich morgen hier die Stellung halten, ehe ich mir mit Heidi ein paar freie Tage gönnen kann.

Wir haben beschlossen, das allgegenwärtige Ostern in diesem Jahr zu konterkarieren. Ich konnte meine liebe Adelheid davon überzeugen, gegen den Strom der Osterhasen, Osternester und Ostereier zu schwimmen. Richtung Westen. Da uns Westfalen ein wenig zu weit entfernt scheint, wollen wir mit der Westbahn nach Westendorf reisen, ein malerisches Dörfchen im Tirol, nach Vorarlberg das zweitwestlichste Bundesland meiner rot-weiß-roten Heimat. Sonne, Kühe und Speckknödel. Sollte uns der launische April das derzeit herrschende Schönwetter verhageln, haben wir mit warmen Westen und Gummistiefeln vorgesorgt. Und falls die Natur durch strömenden Regen gänzlich unbegehbar wird, bleiben wir in unserem Komfortdoppelzimmer mit Dusche. Ich habe einschlägigen Lesestoff bereit gelegt: Im Westen nichts Neues von Erich Maria Remarque, sowie Good Old West, ein Sachbuch über die sanften Helden des Wilden Westens. Auch die Playlist des MP3 Players wird entsprechend bestückt: Marius Müller-Westernhagen, West Side Story, Westlife, Go West (in den Versionen von Village People und Pet Shop Boys), das aktuelle Album von Kanye West, Lana del Rey mit West Coast und viele andere. Die Flimmerkiste können wir im Bedarfsfall mit den DVDs Wild Wild West (Will Smith) und Westworld bestücken, vielleicht läuft auf einem Wiederholungssender auch eine alte Western-Serie wie z.B. Westlich von Santa Fé mit Chuck Connors.

Gänzlich können wir uns dem Osterfest jedoch nicht entziehen. Am Ostermontag haben wir Schwiegermama Inge, unsere Freunde Elsbeth und Raoul, sowie Heidis Schwester Babsi samt Sohnemann Luki zum Brunch geladen. Soeben habe ich die Einladung gestaltet und verschickt. Titel: Ostern war gestern, heute ist Western! Die Mosers laden zum Western-Brunch in ihren Saloon! Mit Texas-Burgern, Speckbohnen-Westernpfanne und Spareribs Western Style…

Und Heidi muss bei unserem Oster-Western-Brunch keinen Finger rühren. Ich übernehme Küche und Grill, versprochen!

Offener Brief

Sehr geehrtes Smartphone, liebes Handy!

Inzwischen habe ich mich ja schon daran gewöhnt, dass du (fast) alles über mich weißt. Wenn ich mich morgens in unseren tomatenroten Spanier setze und die Fischkonservenfabrik ansteuere, verkündest du ungefragt, dass die voraussichtliche Fahrzeit zu meinem Arbeitsplatz 47 Minuten beträgt. Wer hat dir eigentlich gesagt, wo ich arbeite? Und falls ich mal mit den Öffis unterwegs bin, bietest du mir sofort die Fahrpläne und Verspätungen der in Frage kommenden Verkehrsmittel an. Ich muss dich nur mit dem Zeigefinger anstupsen, und schon zeigst du mir die relevanten Informationen. Dass du meine Vorlieben bei Büchern kennst und mir entsprechende Kaufangebote unterbreitest ist ja fast schon normal. Dass du aufgrund meiner Likes und Kommentare bei Facebook ein wahrscheinlich exakteres Persönlichkeitsprofil von mir erstellen kannst als meine Frau Adelheid, ist aber schon ein wenig unheimlich. Und wie du aus den Fotos meiner Geburtstagsfeier bei meinen Eltern in Tullnerbach ungefragt eine hübsche Bildercollage gebastelt hast – alle Achtung!

Jetzt gehst du aber zu weit, liebes Smartphone. Seit ich auf diesem kurzweiligen Blog kundgetan habe, in der Fastenzeit auf Süßes und andere böse Kohlenhydrate verzichten zu wollen, schickst du mir täglich ein gutes Dutzend E-Mails, die allerlei Schlankmacher und Diät-Wunder anpreisen. Mein Postfach ist voll mit „Abnehmen wie die Stars“, „Minus 5 Kilo in 3 Tagen“, „Die Schlemmer-Diät“ und anderem Unfug. Woher weißt du von meinen Fastenvorsätzen? Liest du heimlich meinen Blog? Frechheit. Aber damit ist nun Schluss, du oberschlauer Alleswisser! Ich werde dir auch gern erklären, warum.

Gestern Abend kuschelte ich mit meiner lieben Heidi am Sofa und wir sahen uns die Komödie My Big Fat Greek Wedding auf DVD an.  Mit den Lachern wuchs auch der Appetit auf Griechisches, schließlich hatten wir zum Abendessen fastenkonform nur ein Stück Scholle natur auf Blattsalaten gespeist. Das macht hungrig. Noch als der Abspann lief, schlüpften wir in Hose und Jacke, um unserem Lieblingsgriechen Akropolis einen Besuch abzustatten. Bei Lamm-Souvlaki mit Pommes und Tsatsiki stellte ich fest, dass die kulinarischen Ausnahmen inzwischen die echten Fastentage bei weitem überholt hatten, denn ein Grund die Regeln zu brechen, findet sich immer. Gefüllte Paprika in der Kantine, ein Platzregen, der dich in die nächstbeste Schenke schwemmt, die unverzichtbare Geburtstagstorte, ein Grillfest mit Guglhupf und Bier … das Leben ist voll mit Versuchungen. Daher orderte ich eine Runde griechischen Joghurts mit Honig und Nüssen, und erhob mit Heidi das Glas auf ein vorzeitiges Ende unserer Diät. Schluss mit der Quälerei, Schluss mit Ausreden und schlechtem Gewissen!

So, mein kluges Smartphone! Nun weißt du es – Familie Moser hat dem Fasten abgeschworen und ist zu einem genußvollen Leben zurückgekehrt. Du kannst dir also in Zukunft deine Diät-Mails sparen. Und weil wir gerade dabei sind: Mit meiner Potenz und Penisgröße ist alles in Ordnung! Streiche bitte auch alle Angebote für Viagra und Luftpumpen aus meinem Mail-Verteiler. Danke!

Mit freundlichen Grüßen,

Herr Moser